Inklusiver Staffellauf : Marathon mit Mehrwert

Anlässlich des ersten inklusiven Staffellaufs beim Köln-Marathon am 2. Oktober trafen sich Sportler mit und ohne Behinderung, um dafür gemeinsam zu trainieren. Das Projekt "R(h)ein Inklusiv" will Inklusion durch Sport verwirklichen.

Miriam Karout
Gregor Doepke von der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) trainiert gemeinsam mit dem sehbehinderten Sportstudenten Marcel Wienands für den inklusiven Staffellauf.
Gregor Doepke von der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) trainiert gemeinsam mit dem sehbehinderten Sportstudenten...Foto: Deutsche Sporthochschule Köln

Der Köln-Marathon feiert in diesem Jahr sein 20-jähriges Bestehen und das erste Mal werden sieben inklusive Staffeln antreten. Menschen mit und ohne Behinderung wollen für das Projekt "R(h)ein Inklusiv" an den Start gehen und gemeinsam die 42,195 Kilometer des Marathons absolvieren. "Wir machen den Köln-Marathon inklusiv und wollen zeigen, dass Inklusion Spaß macht", so  Prof. Dr. Thomas Abel, Lehrstuhlinhaber Paralympischer Sport an der Deutschen Sporthochschule in Köln, der die Idee zum gemeinsamen Staffellauf hatte.

Zu den Marathon-Teilnehmern zählen nicht nur Studentinnen und Studenten, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Deutsche Sporthochschule Köln, sondern auch prominente Paralympics Athleten, wie zum Beispiel Schwimmerin Kirsten Bruhn und Radsportler Hans-Peter Durst. Das Ziel des Projekts ist, Inklusion sportlich zu gestalten.

Gregor Doepke, Leiter Kommunikation und Pressesprecher der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) und Unterstützer des Projektes, wird gemeinsam mit dem sehbehinderten Sportstudenten Marcel Wienands an den Start gehen. Beim Auftakttreffen trainieren sie zum ersten Mal zusammen. Beide sind leidenschaftliche Läufer, doch müssen sie sich erst aneinander gewöhnen.

Nach anfänglichen Schwierigkeiten merken sie, dass es langsam klappt. "Ich laufe seit vielen Jahren und muss mich jetzt an Marcel anpassen und viel bewusster laufen", so Gregor Doepke nach der ersten Trainingseinheit. Er ist sichtlich außer Atem, nachdem er seinen Laufpartner dirigiert hat. Normalerweise rede er nicht viel beim Laufen und jetzt müsse er die Richtung angeben und mit seinem Partner kommunizieren, der mittels eines Bandes ums Handgelenk mit seinem Laufpartner verbunden ist.

Marcel Wienands nimmt das Ganze mit Humor: "Ich habe das Glück, dass ich beim Laufen immer einen Partner zum Quatschen habe. Für mich ist das normal." Sie werden sich in den nächsten Monaten bis zum Marathon weiterhin treffen, um gemeinsam zu trainieren.

"Das große Ziel ist ja, dass alle Menschen Freude an Bewegung finden – mit und ohne Behinderung", sagte Prof. Dr. Abel. "Dann finden wir darin bestimmt die zwei Prozent, die für einen bestimmten Bereich hochtalentiert sind."

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