Nachwuchsreporter der PZ in Rio : Mehr als nur groß in Mode

Die 20-jährige Journalismus-Studentin Leticía Paiva liebt nicht nur alles rund um die Mode, sondern auch spannende, außergewöhnliche Geschichten. Ihre Abschlussarbeit handelt von Homophobie unter Indianerstämmen. Im September ist sie für das PZ-Team in Rio bei den Paralympics im Einsatz.

Isabella Wimmer
Leticía Paiva, 20 Jahre, Universidade de São Paulo, describes how long the distances in Rio are and why it makes sense to wear running shoes all the time.
Leticía Paiva, 20 Jahre, Universidade de São Paulo, describes how long the distances in Rio are and why it makes sense to wear...Foto: Thilo Rückeis

Nie hätte Leticía Paiva gedacht, dass sie mit nur 20 Jahren schon über ein so großes Sportevent wie die Paralympics  berichten würde. Doch nun sitzt sie gemeinsam mit anderen Jungjournalisten aus Deutschland, England und Brasilien  im Quartier der Paralympics Zeitung in Barra da Tijuca in Rio de Janeiro und bereitet sich auf die Arbeit für die  Zeitung im September  vor. Eigentlich kommt die Brasilianerin aus São Paulo, wo sie an der staatlichen Universität  im dritten Jahr Journalismus studiert, nebenbei macht sie ein Praktikum bei der brasilianischen Modezeitschrift Claudia. Dass Mode genau ihr Ding ist, beweist sie, indem sie das türkise Teamshirt der Paralympics Zeitung oder - wie es auf Portugiesisch heißt - des Jornal Paralímpicos an  jedem Tag des Workshops so kombiniert, dass man es problemlos für eine Modestrecke fotografieren könnte. Letícia hat aber weitaus mehr als nur Mode und Make-up im Kopf. Ihre Abschlussarbeit fürs Studium möchte sie über Homophobie unter Indianerstämmen im Norden Brasiliens schreiben. Sie findet, dass das Thema zu wenig in den Medien behandelt wird.

Am liebsten schreibt sie über Menschen. „Ich mag besonders an der Arbeit im Journalismus, dass man so viele interessante Leute kennenlernt und ihre Geschichte erzählen darf.“ Auf die Paralympics Zeitung ist sie zufällig über einen Link auf Facebook gestoßen, zwei Tage vor Bewerbungsschluss. An nur einem Tag machte sie eine Läuferin ausfindig, die mit einer Beinamputation einen 15-Kilometerlauf in São Paulo gelaufen ist. Für die Bewerbung schreibt Letícia einen Artikel über sie, der sie direkt ins Team des Jornal Paralímpico katapultiert. Behindertensport war für sie bisher Neuland. Die Arbeit für die Paralympics Zeitung wird für sie eine Herausforderung, auf die sich sich jedoch sehr freut, und  die sie bestimmt ohne Probleme meistern wird.

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