Stromfresser gegen Hitzewelle : Was taugen Klimageräte?

Viele Kühlgeräte sind wahre Stromfresser. Wer richtig lüftet, kommt auch ohne sie aus.

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Hundstage: An heißen Sommertagen brauchen nicht nur Hunde Abkühlung.
Hundstage: An heißen Sommertagen brauchen nicht nur Hunde Abkühlung.Foto: dpa/pa

Wenn es im Sommer heiß wird, bricht die große Zeit der Klimaanlagen an. Jede Hitzewelle treibt Scharen von Käufern in die Elektronikmärkte. Doch was zunächst Erleichterung bringt, rächt sich spätestens bei der nächsten Stromabrechnung.

Teure Kühlgeräte

Viele Geräte fressen nämlich Unmengen von Strom. Mobile Kompaktgeräte sind dabei die größten Stromfresser. Sie entziehen der warmen Luft in der Wohnung Energie, kühlen sie ab und leiten die warme Abluft mit einem dicken Schlauch durch das Fenster nach außen. Das Problem: Ist das Fenster nicht gut abgedichtet, kehrt die warme Luft postwendend zurück. Die Stromkosten, die diese Geräte produzieren, übersteigen daher schon nach einigen heißen Sommern den Anschaffungspreis, warnt die Stiftung Warentest. Hinzu kommt: Die Geräte sind sehr laut. Angenehmer für die Hausbewohner sind dagegen zweiteilige Splitgeräte, die fest installiert sind und nur von Fachleuten eingebaut werden dürfen. Das Prinzip: Eine dünne Rohrleitung bringt die Wärme per Kältemittel nach draußen, ein Ventilator an der Fassade übernimmt den Wärmeaustausch. Das macht zwar auch Krach, aber den bekommt eher der Nachbar ab. Ein Nachteil bleibt jedoch: Auch Splitgeräte ziehen viel Strom.

Stromfresser im Haushalt
In der Küche sind Kühlschrank und Herd die schwierigsten Kandidaten. Gerade beim Herd kann viel Energie verloren gehen. Grundsätzlich sind Induktionsfelder besser als Ceran-Felder: Ein Topf mit fünf Liter Wasser braucht auf einem Ceranfeld doppelt so lange, bis er erhitzt ist, und benötigt ein Drittel mehr Strom. Der Tipp: Immer den passenden Topf auf's passende Feld stellen. So geht keine Energie verloren. Ebenso: Deckel drauf!Alle Bilder anzeigen
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08.04.2014 11:47In der Küche sind Kühlschrank und Herd die schwierigsten Kandidaten. Gerade beim Herd kann viel Energie verloren gehen....

Die Alternativen: Rolläden, Sonnenschutzfolien, richtig lüften

Sie wollen kein Strom fressendes Klimagerät, aber möchten dennoch auch im Sommer kühlen Kopf behalten? Dann sollten Sie Folgendes tun, rät die Stiftung Warentest:


1. Achten Sie schon bei der Hausplanung auf das Problem: Südfenster von Dachwohnungen sollten in Gaubenform mit Dachüberstand geplant werden, empfehlen die Verbraucherschützer. Eine gute Dämmung des Dachs, möglichst mit Holzfaserplatten, hilft gegen winterliche Kälte und sommerliche Hitze gleichermaßen.

2. Pflanzen Sie Bäume in den Garten oder begrünen Sie Dach oder Fassade. Die natürlichen Schattenspender sind gut fürs Klima.

3. Mit Rollläden sperren Sie die Sonne aus und halten auch Einbrecher fern. Im Winter helfen sie zudem, Energie zu sparen. Für Räume, in denen man sich tagsüber aufhält, sind Rollläden jedoch nicht jedermanns Sache.

4. Markisen und Außenjalousien sind effektiver als Vorhänge oder Innenjalousien, weil sie die Sonne und damit die Wärme gar nicht erst ins Haus lassen – oder zumindest einen Teil aussperren.

5. Gute Hitzeblocker sind nach Meinung der Stiftung Warentest Sonnenschutzfolien, die man – möglichst von außen – auf die Fenster klebt. Allerdings filtern die Folien auch das Tageslicht, das heißt Räume mit kleinen Fenstern können so dunkel werden, dass man auch tagsüber Licht brennen lassen muss. Besser sind hier echte Sonnenschutzverglasungen.

6. Auch ohne technische Hilfsmittel kann man etwas tun. Lüften Sie richtig: Machen Sie frühmorgens und nachts Durchzug, um die heiße Luft herauszulassen. Tagsüber sollten die Fenster dann besser geschlossen bleiben.

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