10-jähriges Jubiläum : Alles so schön hell hier

Die gemeinsame Bibliothek von UdK und TU Berlin feiert in diesem Jahr ihr zehnjähriges Bestehen.

Verena Tafel
Kunst im Bau. In dem lichtdurchfluteteten Gebäude lässt es sich gut arbeiten. Foto: J. Bock
Kunst im Bau. In dem lichtdurchfluteteten Gebäude lässt es sich gut arbeiten. Foto: J. Bock

"Hier arbeite ich gerne." "Hier ist es so schön hell." "Hier kann ich auch nach draußen schauen." Drei Stimmen von Studenten, die schon morgens um neun Uhr, kurz bevor die Drehglastüren am Bibliotheksgebäude in der Fasanenstraße in Schwung gebracht werden, auf Einlass warten. Die Frühaufsteher sind Nutzerprofis, haben sich längst mit Sicherheitsschlössern für die Schließfächer in der Eingangshalle des Erdgeschosses ausgerüstet, greifen routiniert zu den Plastikkörben für Laptop und Unterlagen, sind im Handumdrehen auf dem Weg nach oben, um sich auf einem der rund 1500 Lese- und Arbeitsplätze in den vier Stockwerken des Hauses zwischen den Bücherregalen einzurichten.

Zur Auswahl stehen große Tischflächen mit grünen Platten auf den Gestellen von Egon Eiermann, kleine blickdichte Individualkojen oder schallisolierte Gruppenräume, in denen diskutiert werden kann.

Das gemeinsame Bibliotheksgebäude von TU und UdK, am 18. Oktober 2004 eröffnet, am 9. Dezember 2004 mit dem Namenszug "VOLKSWAGEN-Universitätsbibliothek" über dem Eingangsportal eingeweiht, steht direkt auf dem Campus Charlottenburg und wird als Lernort so sehr geschätzt, dass am Ende der Semester buchstäblich auf jedem Sitzplatz, auch in den Loungesesseln oder an der eher zum Liegen gedachten Möbelinstallation im 4. Stock, gearbeitet wird. "Das kulturspezifische Medienangebot der UdK-Bibliothek wird enorm genutzt. Das zeigt die Zahl der Entleihenden – sie ist doppelt so hoch wie die Summe aller, die an der UdK lehren oder studieren", sagt Andrea Zeyns, seit 2002 Direktorin der UdK-Bibliothek.

Ebenso zufrieden blickt sie auf die über 276 500 Entleihungen im Jahr 2013 zurück. Besondere Schätze der UdK-Bibliothek sind "die nahezu 70 000 Noten, die einzigartige Sammlung von Film- und Tonträgern der Mediathek, sowie in den Magazinen die vielen wertvollen Bände, Handschriften, Autographen und interessanten Nachlässe, die die UdK als Nachfolgerin zahlreicher traditionsreicher Vorgängereinrichtungen geerbt hat", so kennzeichnet Andrea Zeyns das spezielle Profil ihres Hauses.

Digitales Suchsystem, transparente Atmosphäre und viel Tageslicht

Der mit roten Klinkern verkleidete Rechteckbau mit seiner nüchternen Innenausstattung erfüllt hervorragend seine Funktion als wissenschaftliche Universitätsbibliothek. Die Bücher in den Freihandregalen lenken bei der Literaturrecherche den Blick auf verwandte Themen. Das "Wissensportal der Künste", das neue, im Frühjahr 2014 installierte digitale Suchsystem der UdK-Bibliothek, bietet ähnliche Inhaltsverbindungen an.

Filigrane, die lange Halle in drei Lichthöfe teilende Treppen setzen Akzente im hohen Innenraum aus Sichtbeton, Metall und Glas. Was das Gebäude zusätzlich attraktiv macht, die transparente Atmosphäre, ist das Tageslicht, das durch die Fassadenfenster in die Etagen und von oben über die Dächer fluten kann.

Zehn Jahre nach der Eröffnung sind die Geburtswehen vergessen: die hochschulpolitischen Klimmzüge, um eingeführte Bereichs- oder Abteilungsbibliotheken zu zentralisieren; die fast 25 Jahre dauernde Baugeschichte von den ersten Planungen Mitte der 1980er Jahre bis zur ersten Buchausleihe; die enorme Arbeitsleistung der Bibliothekare, um Bestände zweier Universitätsbibliotheken in ein gemeinsames Gebäude zu verlagern und ein neues Nutzungskonzept dafür zu erarbeiten.

Nach zehn Jahren Bibliotheksbetrieb hat sich der Prototyp einer dauerhaften Kooperation zwischen TU und UdK, Vorreiter des Campus Charlottenburg, zu einer "von gegenseitigem Respekt getragenen, bewährten Zusammenarbeit entwickelt", resümiert Andrea Zeyns. Die vierte Etage, das Stockwerk der UdK–Bibliothek, hat im Lauf der Jahre ein ganz eigenes Gesicht gewonnen: Hier sind Kunstwerke und Architekturinstallationen ausgestellt. In einer Dekade verändert sich auch sonst viel. Nutzereigene Laptops beispielsweise lösen zunehmend fest installierte Computer ab. So stehen hinter den Kulissen aufwändige Veränderungen an, die die Bibliotheksnutzung auf den neuen Stand bringen werden.

Während des UdK-Rundgangs lädt die Bibliothek zu einer Führung vor und hinter die Kulissen ein. Treffpunkt ist am Freitag um 15 Uhr bei der Pförtnerloge im Foyer, Fasanenstraße 88, Berlin-Charlottenburg.