Checkliste : Umziehen nach Berlin

Von Behördengängen bis zur Netzanbindung: Wer mit Sack und Pack nach Berlin umzieht, braucht Organisationstalent und einen Plan. Wir helfen Ihnen mit den wichtigsten Tipps und Adressen.

von und Lars Laute
Klingelschilder neben der Eingangstür eines Mehrfamilienhauses
Der Umzug nach Berlin sollte gut organisiert werden. Wann genau was zu erledigen ist, erfahren Sie in unserer Umzugs-Checkliste.Foto: dpa/ Lukas Schulze

Umziehen heißt vor allem Organisieren: Das ist auf dem Weg nach Berlin nicht viel anders als bei anderen Zielen. Wer seinen Lebensmittelpunkt verlegt, muss logistisch einiges bewegen. Viele Umzugsunternehmen bieten Unterstützung an, etwa mit professionellen Umzugsberatern. Doch um vieles muss man sich selbst kümmern. Zwischen A wie Abschiedsparty und Z wie Zulassungsstelle fallen jede Menge Aufgaben an, am besten legt man sich frühzeitig eine Checkliste an. In Berlin gibt es reichlich Auswahl unter vielen Anbietern und Dienstleistern - von den sogenannten Heinzelmännchen vom Studentenwerk bis hin zu großen Umzugslogistikern.

Sobald klar ist, wie der Hausrat ins neue Domizil kommt, ist zum Beispiel die Frage, ob man noch eine Firma für ein Halteverbot vorm Haus organisieren muss. Wer sich dagegen ganz auf eigene Faust um die Aufstellung der Straßenschilder kümmern will, muss sich durchs Behördendickicht Berlins schlagen. Es gilt, das zuständige Bezirksamt für den neuen Wohnort zu finden. Schilder bekommt man dort zwar auch nicht, aber immerhin die Erlaubnis, welche aufzustellen. Aufatmen dagegen bei der Anmeldung: Dabei hilft jedes Bürgeramt der Stadt weiter. Zwar wartet man dort lange auf einen Termin, doch kann die Zwischenzeit gut mit einem Gang zum Finanzamt oder zu einer der beiden Kfz-Zulassungsstellen überbrückt werden.

Man sollte meinen, dass man in der Hauptstadt die volle Auswahl bei der Wahl des Telefon- und Internetanbieters hat - und überall Spitzenempfang. Um sicherzugehen, empfiehlt es sich aber, bei der Wohnungsbesichtigung gleich den Handyempfang zu testen und die Netzanbindung der Adresse online zu prüfen. Zum Schluss noch eines: Wenn in der Küche der Mietwohnung bereits Herd und Spüle stehen, liegt das daran, dass dies in Berlin gesetzlich vorgeschrieben ist.

Für den Umzug nach Berlin haben wir Ihnen untenstehend und auf den folgenden zwei Seiten eine übersichtliche Checkliste zusammengestellt, in der Sie alle wichtigen Punkte finden, die auf jeden Fall zu bedenken sind.

96 Ortsteile, 96 Bilder, 100 Prozent Berlin
Neukölln, Ortsteil Neukölln. Große Güte, was sollen wir denn noch schreiben über Neukölln? Ach, zeigen wir lieber die besten Bilder aus dem hippen/dreckigen/juten, alten Neukölln (je nach Alter und Herkunft).Und stellen zwei knifflige Fragen: In welchem Ortsteil steht das Karstadt am Neuköllner Hermannplatz? Genau, in Kreuzberg (der Bürgersteig ist die Grenze, das überragende Dach gehört zu Neukölln). Und wer sind die beiden Figuren in der Mitte? Das "tanzende Pärchen" steht dort seit den 80ern, erschaffen wurde es von Joachim Schmettau und drehte sich früher sogar mal. Moment: Joachim Schmettau ... Schmettau? Ja, genau, das ist auch der Mann vom markanten Wasserklops am Europa-Center.Weitere Bilder anzeigen
1 von 96Foto: Kitty Kleist-Heinrich
14.01.2016 08:38Neukölln, Ortsteil Neukölln. Große Güte, was sollen wir denn noch schreiben über Neukölln? Ach, zeigen wir lieber die besten...

IHRE CHECKLISTE FÜR DEN UMZUG NACH BERLIN

Bestens Organisiert: Umziehen Schritt für Schritt - mit unserem Zeitplan haben Sie das Wichtigste rechtzeitig im Blick.

Bis vier Wochen vor dem Umzug

Mietvertrag für neue Wohnung abschließen

Ob Altbau oder Neubau, Eigentum oder Miete: Die richtige Wohnung will zuerst gesucht und gefunden werden.

In unserer Servicerubrik Wohnen (im Tagesspiegel-Heft „Neu in Berlin“ S. 165) haben wir für Sie die wichtigsten Berliner Makler, Immobilienportale und Wohnungsbaugesellschaften bzw. -genossenschaften zusammengestellt.

Kündigung der alten Wohnung und ggf. Nachmieter suchen

Wer eine neue Wohnung gefunden hat, kann guten Gewissens seinen alten Mietvertrag kündigen bzw. sich auf die Suche nach Käufern oder Mietern für die alte Eigentumswohnung begeben. Wer zur Miete wohnt und früher aus dem Mietverhältnis ausscheiden möchte, als es die Kündigungsfrist vorsieht, ist gut beraten, den Vermieter aktiv bei der Nachmietersuche zu unterstützen.

Umzug terminieren

Ist ein Datum für den Umzug festgelegt, sollte man die alten und neuen Nachbarn über den Termin informieren. Selbst bei den geräumigsten (Berliner) Treppenhäusern sind zwei parallele Umzüge nur schwer zu bewerkstelligen - vom Parkplatz für den Möbelwagen ganz zu schweigen. Ein Aushang im Treppenhaus gibt den Nachbarn Gelegenheit, Pflanzen oder anderes Inventar rechtzeitig in Sicherheit zu bringen. Sobald der Umzugstermin feststeht, kann außerdem ein Datum für die Übergabe der alten Wohnung vereinbart werden.

Umzugsangebote einholen

Egal, ob per Umzugsunternehmen oder in Eigenregie: Ein Umzug kostet Geld. Über umzugberlin.org oder umzugsauktion.de lassen sich ohne großen Aufwand individuelle Vergleichsangebote einholen. Auch auf der Suche nach Storageräumen zur Zwischenlagerung - etwa von überschüssigen Möbelstücken - wird man hier fündig. Wer lediglich Hilfe in Berlin benötigt, z.B. beim Ausladen des Umzugswagens, kann sich auch an die Arbeitsvermittlungsagentur Heinzelmännchen des Berliner Studentenwerks wenden (Tel. 939 39 90 30, studentenwerk-berlin.de/jobs). In unserer Servicerubrik Wohnen (im Tagesspiegel-Heft „Neu in Berlin“) haben wir zudem einige Empfehlungen zu (Berliner) Mietwagenanbietern zusammengestellt.

Urlaub für Umzug beantragen

Nicht nur der Umzug selbst, sondern schon dessen Vorbereitung erfordert Zeit. Urlaub zu beantragen, ist daher häufig unerlässlich. Eine allgemeine gesetzliche Regelung für Sonderurlaub zwecks Umzugs gibt es in der Bundesrepublik nicht, um einen Blick in den eigenen Arbeitsvertrag kommt man daher nicht herum. Recht eindeutig verhält es sich nur, wenn der Umzug aufgrund einer betrieblichen Versetzung erfolgt: Nach allgemeiner Auffassung besteht in diesem Fall ein Anspruch auf bezahlte Freistellung.

Daueraufträge für Mietzahlungen ändern

Wer zur Miete wohnt und keine Einzugsermächtigung für die monatlichen Zahlungen erteilt hat, sollte daran denken, seinen Dauerauftrag rechtzeitig zu kündigen. Dabei kann auch gleich der neue Auftrag eingerichtet werden.

Renovierung organisieren

Renovieren ist ein leidiges Thema. Egal, ob in der alten oder der neuen Wohnung. In älteren Mietverträgen finden sich häufig Klauseln, die eine Endrenovierungsverpflichtung des Mieters vorsehen. Auch wenn diese Klauseln zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses gesetzeskonform waren, sind sie nach heutiger Rechtslage - je nach Formulierung - oft nicht mehr gültig und damit auch in älteren Mietverträgen nichtig. Eine rechtliche Prüfung ist ratsam. Befindet sich die neue Wohnung noch nicht im gewünschten Zustand, sollte eine Renovierung nicht aufgeschoben werden. Wer nicht selbst Hand anlegen möchte, kann z.B. über Onlineplattformen wie eBay Kleinanzeigen oder myhammer.de Unterstützung finden.

Kindergarten und Schule

Nicht früh genug kann man sich um einen neuen Kindergarten oder eine neue Schule für den Nachwuchs kümmern. In unserer Service-Rubrik Kinder (im Tagesspiegel-Heft „Neu in Berlin“ S. 219) erhalten Sie Tipps und Adressen, um einen geeigneten Kitaplatz oder andere Betreuungsmöglichkeiten zu finden. In der Rubrik Bildung (im Heft S. 223) gibt es eine Übersicht zu den wichtigsten Schulen der Stadt.

Internet, Telefon und Fernsehen

Möglichst früh sollte man sich um einen Anschluss in der neuen Wohnung kümmern, da die Bereitstellung einige Wochen in Anspruch nehmen kann. Nach einem Urteil des BGH stellt ein Umzug heute keinen ausreichenden Grund mehr dafür dar, von einem Sonderkündigungsrecht beim laufenden Internet- und Telefonvertrag Gebrauch zu machen. Kann der bisherige Anbieter die alte Leistung auch am neuen Wohnort anbieten, so muss der Vertrag in der Regel mitgenommen werden. Häufig wird den Kunden allerdings auch angeboten, sich aus dem bisherigen Vertrag herauszukaufen. Erster Ansprechpartner ist also meist der derzeitige Anbieter.

Wer dagegen einen neuen Versorger wählen kann, für den mag es in Betracht kommen, einen einzigen Vertrag für Telefon, Internet und Fernsehen abzuschließen. Wahlweise läuft dann das Fernsehen über die Internetleitung - wie etwa bei Telekom und Vodafone - oder das Internet über den Kabelanschluss - wie bei Telecolumbus oder Kabel Deutschland. Bei letzterem Modell fällt die Wahl des Providers leicht, denn in Berlin wird immer ein ganzes Haus von einem der beiden Kabelanbieter versorgt. Wer auf Kabelfernsehen verzichten kann - oder dieses nachträglich über einen anderen Vertrag beziehen möchte -, für den ist der Anbieter 1&1 eine weitere Alternative.

Kabel Deutschland, kabeldeutschland.de, Tel. 0800 664 94 03

Tele Columbus, telecolumbus.de, Tel. 33 88 33 88

1&1, 1und1.de, Tel. 02602 - 96 97 08

Telekom, telekom.de, Tel. 0800 330 30 00

Vodafone, vodafone.de, Tel. 0800 588 83 49

Dieser Beitrag sowie die Umzugs-Checkliste erschienen im Tagesspiegel-Magazin „Neu in Berlin und Potsdam“.

Was Sie als Neuberliner im Umgang mit eingeborenen und assimilierten Hauptstadtbewohnern beachten sollten, erfahren Sie hier. Wer sich einen generellen Überblick über die Inhaltes des Magazins beschaffen möchte, sollte einen Blick auf den dazugehörigen Artikel werfen.

Mehr Informationen rund ums Thema "Umziehen nach Berlin" finden Sie auf unserer Themenseite.

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