Wohnen : Munter kombiniert

Das bunte Mischen verschiedener Materialien ist gerade schwer in Mode. Anstatt Möbel aus einem Guss zu schaffen, setzen viele Designer auf eine wilde Mixtur von Kunststoffen, Holz, Metall und Glas.

Die Glasplatte ruht bei „Ding“
Die Glasplatte ruht bei „Ding“

Holz erlebt gerade ein großes Comeback. Viele Firmen wie Team 7 oder das italienische Familienunternehmen Riva 1920 setzen ganz und gar auf den nachwachsenden Rohstoff. Zusammen mit Pinifarina gestalteten sie sogar eine Holzskulptur des schnittigen Sportwagens Cambiano.

Doch nicht alle Firmen sind so auf ein einziges Material festgelegt. Auffallend häufig wird in letzter Zeit mit Materialien bunt experimentiert. Da treffen zum Beispiel Holz auf Metall oder Kupfer auf Glas.

So zum Beispiel bei dem niederländischen Möbelunternehmens Arco. Sein neuer Tisch „Branch“ richtet sich an ein junges Publikum. Der Ess- oder Arbeitstisch ist ausziehbar und in verschiedenen Farben erhältlich. Statt den Tisch durchgehend aus Holz zu fertigen, ruht die Eichenplatte auf einem Gestell aus Stahl. Es ist in verschiedenen Farben verfügbar, unter anderem in Babyblau, was für einen schönen Kontrast zum Holz sorgt.

Wie Arco wagen sich auch andere Designer an ungewöhnliche Kombinationen heran. Fabrice Berrux scheint sich bei seiner Kommode „Colors“ an der alten Patchworktechnik zu orientieren, die man sonst nur von bunten Stoffdecken kennt. Die Schubladen des Sideboards sind alle mit Furnieren unterschiedlicher Holzarten verkleidet. So hat das schlichte Möbel trotz seiner klaren Ästhetik Ähnlichkeit mit einem bunten Flickenteppich. Es muss aber nicht immer pures Holz sein. „Colors“ gibt es auch in unterschiedlichen Farben. Der Kunde kann aus 34 verschiedenen Tönen auswählen und sie munter miteinander kombinieren.

Porro stellte auf der Mailänder Möbelmesse 2013 den „3Table“ vor. Dieser Beistelltisch besteht eigentlich aus dreien. Zumindest verfügt er über drei Tischplatten in unterschiedlichen Formen und Materialien, die auf einem schwarzen Metallgestell ruhen. Während die ovale eine Oberfläche aus schwarz gestrichenem Glas hat, sind die runde und die eckige aus Louro Preto Holz. Durch einen unsichtbaren Mechanismus ist der Tisch in sich beweglich: Der ovale und der eckige Tisch können quasi um den runden kreisen. Dadurch erinnert diese Möbelskulptur ein bisschen an einen Planeten, der von seinen Satelliten umfahren wird. Alle Tischplatten sind aber auch in sich drehbar, was praktisch ist, wenn man seinen Gästen Getränke oder kleine Snacks reicht.

Eine mutige Kombination hat auch der Offenbacher Designer Sebastian Herkner bei seinem „Bell Table“ (siehe auch Seite 22/23) gewagt. Er hat gängige Konventionen einfach auf den Kopf gestellt, als er dem Tischchen eine Platte aus Kupfer und einen Fuß aus mundgeblasenem Glas verpasste.

MDF Italias Sessel „Flow“ von Jean-Marie Massaud wagt ebenfalls ein munteres Spiel mit verschiedenen Materialien. So ruht die Kunststoffschale des Sessels mit farbigem Stoffpolster auf Beinen aus massivem Eichenholz.

Spielerisch geht das Designbüro Ding3000 mit der Kombination von Materialien um. Für seinen Couchtisch „Ding“ für Normann Copenhagen haben die Hannoveraner eine runde Glasplatte auf drei Beine aus Eichenholz montiert. Sie sind ähnlich wie bei einem Mikado-Spiel ineinander verknotet.

„Es scheint, als würden sich die drei Tischbeine auf unmögliche Weise gegenseitig durchbohren und wir möchten die Aufmerksamkeit auf dieses nahezu magische Detail lenken. Wir haben deshalb eine durchsichtige Tischplatte gewählt. Die Verbindung der Tischbeine ist dadurch optischer Mittelpunkt des Tisches“, kommentieren die Designer ihren Entwurf. Das Aufeinandertreffen der beiden konträren Materialien ist also die Voraussetzung dafür, dass dieses Möbel überhaupt „funktioniert“.

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