Lotte Lehmann Akademie für Gesang in Brandenburg : Perleberg - das Paradies der Stimmen

Perleberg, die Geburtsstadt der Sopranistin Lotte Lehmann, lockt jeden Sommer Sänger aus aller Welt an – Profis ebenso wie Laien.

Dorothee Nolte
Perleberg verwandelt sich in jedem Sommer in eine Sängerstadt.
Perleberg verwandelt sich in jedem Sommer in eine Sängerstadt.Foto: Dorothee Nolte

Wenn Lotte Lehmann, die 1976 verstorbene deutsche Sopranistin mit Weltruhm, aus dem Sängerhimmel auf ihre Geburtsstadt Perleberg in der Prignitz blicken könnte: Sie würde weinen vor Glück. Denn sie sähe eine hübsch herausgeputzte Kleinstadt, malerisch umflossen von zwei Armen der Stepenitz, in der ihr Name und ihre Kunst erstaunlich präsent sind. Könnte die Sängerin gar einen Spaziergang durch die sommerliche Altstadt machen, dann würde sie aus vielen Gebäuden heraus vertraute Melodien von Mozart, Schubert oder Rossini erklingen hören.

Sie würde Menschen treffen wie Rui Hao  aus der chinesischen Provinz Shanxi und Yakov Israel aus Boston, Katarzyna Rabczuk aus Polen und Angela Prause aus dem benachbarten Silmersdorf, die summend vom imposanten Backsteingebäude des städtischen Gymnasiums zu einem prominent am Markt gelegenen Haus mit frischem grünen Anstrich schlendern: der Lotte-Lehmann-Akademie. Und spätestens wenn die Sängerin die Plakate überall in der Stadt und ihr eigenes Bild sehen würde, aus einem der Akademie-Fenster groß über die Dächer hinweg lächelnd, wüsste sie: Hier ist ein Wunder geschehen.

Das Gesangswunder von Perleberg
Sie lächelt über die Dächer hinweg: Die Sopranistin Lotte Lehmann. 1888 wurde sie in Perleberg geboren, 1976 starb sie in Kalifornien - und heute prägt sie jeden Sommer die Kleinstadt in der Prignitz.Weitere Bilder anzeigen
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02.09.2015 14:07Sie lächelt über die Dächer hinweg: Die Sopranistin Lotte Lehmann. 1888 wurde sie in Perleberg geboren, 1976 starb sie in...

Das Wunder von Perleberg

Es ist das Wunder von Perleberg, das sich jeden Sommer aufs Neue ereignet: Junge und nicht mehr so junge Sängerinnen und Sänger, Profis wie Laien, kommen in die Kleinstadt in der Prignitz, auf halbem Wege zwischen Hamburg und Berlin gelegen, um sich ihrer Leidenschaft zu widmen.  Unterstützt von einem hochkarätigen Dozententeam entwickeln sie sich technisch und künstlerisch weiter und erarbeiten Stücke, die sie bei meist ausverkauften Auftritten in Perleberg und Umgebung vortragen. Sie beleben die Stadt mit ihren Klängen und ihrer Jugend - und das alles im Namen einer Sängerin, die längst vergessen sein könnte, da sie sich schon 1951 von der Bühne verabschiedet und ihre letzten Lebensjahrzehnte in Kalifornien verbracht hat.

Dass heute jede Friseurin und jeder Ladenbesitzer in Perleberg den Namen Lotte Lehmann kennt, ist unter anderem dem Tenor Angelo Raciti zu verdanken, dem künstlerischen Leiter der Lotte Lehmann Akademie. Was 1998 mit einer Reihe von Gedenkveranstaltungen zum 110. Geburtstag der Sängerin begann, hat sich auch durch sein Engagement aufs Schönste entwickelt, mit regelmäßigen Sommerkursen und einem eigenen Akademie-Gebäude.

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