Verbraucher : Auch im Ausland flüssig

Urlauber sollten nicht nur auf ein Zahlungsmittel setzen. Bargeld, Schecks, Plastikgeld – auf die richtige Mischung kommt es an

Daniel Schmelzer

Zwei Drittel aller Deutschen verbringen ihre Ferien im Ausland. Doch was im Euro-Raum noch leicht zu beantworten ist, wird bei exotischen Zielen schon schwieriger: Kann man in Jamaica mit einer Bankkarte Geld am Automaten abheben? Nimmt man besser Bargeld oder Travellerschecks mit auf die Reise nach Australien? „Um für alle Fälle gewappnet zu sein, reist man am besten mit mehreren Zahlungsmitteln“, sagt Tanja Beller vom Bundesverband deutscher Banken. Welche Mischung aus Bargeld, ec-Karte, Sparcard, Kreditkarten und Reiseschecks schließlich in die Brieftasche gehört, hängt vom Reiseziel ab.

Bargeld. Wer Bargeld tauschen möchte, sollte die Währungsentwicklung seines Urlaubslandes im Auge behalten. ln so genannten „Schwachwährungsländern“, wie der Türkei, Kroatien, Polen oder Ungarn, kann man am Urlaubsort günstigere Wechselkurse erzielen als zu Hause. Auch in Nordafrika, Fernost oder Südamerika tauscht man vor Ort günstiger. Bei Reisen nach Großbritannien, in die Schweiz oder in andere Länder mit so genannter „harter Währung”, wechselt der Urlauber besser vor Reisebeginn in Deutschland. „Einen kleinen Bargeldbetrag in Landeswährung sollte man bei der Ankunft aber auf jeden Fall in der Tasche haben“, sagt Tanja Beller. Mehr als umgerechnet 100 oder 200 Euro sollten es aber nicht sein. Die Reserve solle lediglich ausreichen, um am Flughafen ein Taxi oder einen Imbiss bezahlen zu können.

Geldautomaten. Dank eines dichten Geldautomatennetzes ist die Geld-Versorgung am Urlaubsort zumeist gesichert. In über hundert Ländern, von Mazedonien über Korea bis Chile, gibt es rund 900 000 Geldautomaten, an denen man mit einer normalen Bankkarte, der so genannten Maestro-Karte (ec-Karte), Geld bekommen kann. Prüfen Sie sicherheitshalber, wie lange Ihre Karte noch gültig ist. Abhebungen an den Automaten der eigenen Bank sind stets kostenlos. Bei anderen Kreditinstituten werden weltweit zumeist Gebühren von einem Prozent des Abhebungsbetrages oder mindestens drei bis fünf Euro fällig. Außerdem ist die Maestro-Karte auch direkt im Geschäft ein bewährtes Zahlungsmittel. Mehr als 3,9 Millionen Läden in Europa, 7,3 Millionen in der ganzen Welt, akzeptieren die Karte in Verbindung mit der Unterschrift oder dem Pin-Code als bargeldloses Zahlungsmittel. Eine gebührenfreie Alternative zur Maestro-Karte ist die Postbank Sparcard. Mit ihr kann man weltweit vier Mal im Jahr kostenlos Geld abheben. Ab dem fünften Mal wird eine Pauschale von 5,50 Euro pro Abhebung fällig.

Kreditkarte. Wer nach Neuseeland, Australien oder in die USA reist, sollte in jedem Fall eine Kreditkarte in der Tasche haben. „In diesen Ländern ist es selbstverständlich, auch kleinere Beträge mit Karte zu bezahlen“, sagt Tanja Beller. So könne der Urlauber seine Bargeldreserven schonen und das gebührenpflichtige Abheben am Geldautomaten vermeiden. Viele Kreditkarten bieten dem Kunden außerdem einen Zinsvorteil: Der Betrag wird oft erst bis zu vier Wochen später vom Konto abgebucht. Wer seine Kreditkarte am Geldautomaten benutzt, muss allerdings höhere Gebühren als mit einer Maestro-Karte zahlen. In den Euro-Ländern werden zwei bis vier Prozent des Abhebungsbetrages, zumeist mindestens drei bis sieben Euro, pro Benutzung fällig. In der übrigen Welt kommt oft noch ein Auslandsaufschlag von einem bis zwei Prozent dazu.

Reiseschecks. Die Stiftung Warentest rät Fern- und Individualreisenden, zusätzlich noch Reiseschecks in der Tasche zu haben. American Express, Travelex/Thomas Cook Mastercard und Visa Interpayment bieten die Schecks in mehreren Währungen an. „US-Dollar, aber auch Euro sind weltweit gebräuchlich“, sagt Beller. Der Erwerb in Deutschland kostet je nach Anbieter zwar fünf bis zwölf Euro, dafür werden sie bei Verlust oder Diebstahl aber in vollem Wert ersetzt. Einzige Voraussetzung: Man hat sie beim Erwerb unterschrieben und kann eine Kaufquittung vorweisen.

Verlust. Den Verlust seiner Maestro- oder Kreditkarte kann man ab Juli dieses Jahres unter der zentralen Rufnummer 0049/116116 melden. Bis dahin gelten je nach Karte unterschiedliche Nummern. Unter www.kartensicherheit.de können Sie die nötigen Nummern finden.

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