Verbraucher : Das schmeckt im Sommer

Der Kern aus Vanilleeis muss cremig, die Schokohülle knackig sein – niedriger Preis und hohe Qualität schließen sich dabei nicht aus

Dagmar Rosenfeld

Erst muss es knistern, dann knacken und schließlich auf der Zunge zergehen – so läuft Eisgenuss im Idealfall ab. Rechtzeitig zum Sommerbeginn hat die Stiftung Warentest 20 Eis am Stiel getestet: innen ein Kern von Vanilleeis und außen mit Schokolade überzogen. „Neben dem Geschmack haben wir auch die Inhaltsstoffe und den Nährwert untersucht“, sagt Testleiterin Sintje Sander-Peuker.

Die Bestnote erhielt Macao von Nestlé Schöller, als einziges der getesteten Produkte wurde es mit „sehr gut“ bewertet. „Das Eis ist zart schmelzend, die Schokolade knackig und der Geschmack von Vanilleeis und umhüllender Schokolade ausgewogen“, so die Urteilsbegründung der Tester. Magnum von Langnese, eigentlich der Klassiker unter den Eissorten am Stil, erhielt als Gesamtnote ein „gut“ – genau wie das Discounter-Eis Stern Mini Mix von Lidl und Rios Gigant Mini-Quartett von Penny. „Wer also denkt nur teures Eis schmeckt, der irrt“, so das Fazit von Testleiterin Sander-Peuker. Zwar kostet ein halber Liter des Testsiegers Macao 6,25 Euro, die gleiche Menge Lidl- und Penny-Eis gibt es aber schon für 1,65 Euro beziehungsweise 1,60 Euro.

Um die Sensorikexperten zu überzeugen, kam es bei allen 20 Sorten darauf an, dass der holzige Geschmack des Stils sich nicht auf die Eiscreme überträgt. Jedes zweite Eis kam dabei nicht über die Note „befriedigend“ hinaus, wie etwa das Bio-Eis Loverendal plain minichoc. Nicht nur der Holzgeschmack, auch die Konsistenz und extreme Süße verdarben den Testern den Genuss, so dass das Bio-Eis insgesamt den letzten Platz belegte. Auch wer Kalorien sparen will und Light-Varianten bevorzugt, muss dafür Abstriche beim Geschmack machen. Am Magnum-Light-Eis, das im Vergleich zum Magnum Classic 110 Kilokalorien weniger hat, monierten die Tester, dass es zu viel Wasser enthalte und daher nicht zart auf der Zunge schmelze. Trotz geringer Kalorienzahl war mehr als ein „ausreichend“ als Gesamturteil für die leichte Variante nicht drin.

Genauso wichtig wie die cremige Füllung, ist die äußere Schokoladenhülle. Wie viel Kakao die Schokolade enthalten soll, regelt die Kakaoverordnung (siehe Kasten). „Wir wollten wissen, ob sich die Eishersteller auch an die Vorgaben halten“, sagt Sander- Peuker. Fazit: Sie tun es, bis auf eine Ausnahme. Das Bio-Eis enthielt zwar ausreichend Kakaobestandteile, zusätzlich aber auch 20 Prozent Kokos- beziehungsweise Palmfett. Da der Anteil kakaofremder Fette laut Verordnung fünf Prozent nicht übersteigen darf, hätte der Überzug nicht als Schokolade deklariert werden dürfen.

Insgesamt ist Eis eine schwerwiegende Angelegenheit – der Fett- und Zuckeranteil sorgt für ordentlich Zuwachs auf der Hüfte. Die getesteten Produkte enthielten im Schnitt einen Fettanteil von 22 Prozent und einen Zuckeranteil von 26 Prozent. Was die Kalorien angeht, so liegen Magnum und Macao ganz vorn. Ein Magnum Classic hat 286 Kilokalorien, das sind mehr als bei einer Portion Pommes Frites. Macao bietet mit 273 Kilokalorien nicht unwesentlich weniger. Doch Hüftgold hin oder her – der Sommer ist zu kurz, um ihn mit Kalorienzählen zu verbringen.

Im Internet: www.test.de

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