DIE HONORARREFORM : Proteste seit Januar

NEUE REGELN

Hintergrund des Konflikts sind die neuen Honorarregeln für Ärzte, die seit Januar gelten. Mit der Reform sind allen ärztlichen Leistungen nicht mehr Punktwerte, sondern feste Preise in Euro und Cent zugeordnet. Außerdem erhalten die 140 000 niedergelassenen Mediziner im Vergleich zu 2007 bis zu 3,9 Milliarden Euro mehr.

VERTEILUNG

Doch mit der Verteilung gibt es Probleme. Während sich bestimmte Arztgruppen und Mediziner in Ostdeutschland über spürbare Zuwächse freuen können, klagen andere über gesunkene Einnahmen. Vor allem bisher besser verdienende Fachärzte in Baden-

Württemberg, Bayern, Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein protestieren gegen angebliche Einbußen im zweistelligen

Prozentbereich. Zuständig für die Honorarverteilung sind die Kassenärztlichen Vereinigungen, von denen es bundesweit 17 gibt. Sie schließen mit den Krankenkassen Kollektivverträge ab für sämtliche niedergelassenen Ärzte und nehmen die Gesamtvergütung der Kassen in Empfang, um sie an ihre Mitglieder weiterzuverteilen. Dabei gab es immer wieder Streit – bislang fühlten sich allerdings meist die Hausärzte gegenüber den niedergelassenen Fachmedizinern benachteiligt.

PROFITEURE

Nun profitieren vor allem Ärzte, die es schaffen, möglichst viele Patienten zu behandeln. Doch wie viel sie am Ende erhalten, steht noch gar nicht fest. Das Geld für Vorsorgeleistungen etwa wird erst zum Quartalsende überwiesen, zudem haben viele KVen aus Unsicherheit hohe Rückstellungen gebildet. Politiker und Experten fordern seit Jahren, die „Monopole“ der Kassenärztlichen Vereinigungen zu zerschlagen. raw

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