Verbraucher : Ein Klick und kein Zurück

Hat man seine Billigflieger-Buchung beim Zahlen im Netz bestätigt, muss man zahlen. Die Technologie ist aber sicher

Tatjana Thiel

Ein Klick, und schon ist der Flug gebucht. Tickets für Billigflieger kauft man im Internet, meist per Kreditkarte, wenn man den günstigsten Preis haben möchte. Hat man einmal mit der Maus auf „Buchen“ geklickt, gibt es kein Zurück mehr – auch wenn man sich im Datum vertan hat.

Herbert Euler, Sprecher der European Low Faires Airline Association (ELFAA), macht einem wenig Hoffnung: „Mit dem letzten Klick nimmt man die Buchung endgültig vor.“ Über den Online-Weg habe man keine Möglichkeit mehr, nachträglich noch etwas zu ändern. Es bleibt einem damit nur noch die Alternative über die – oftmals kostenpflichtigen – telefonischen Buchungszentren der Airlines. Euler bleibt betont vorsichtig, wenn er sagt, dass „über den Weg der Kulanz mitunter eine Ausnahme gemacht werden kann“. Aber nur wenige Fälle, die im Ermessen der Fluggesellschaft liegen, gelten als Ausnahme. „Falls die Oma schwer krank ist“, könne man eventuell auf Nachsicht stoßen. Rechtlich ist man auf verlorenem Posten, da mit Erhalt der Bestätigungs-E-Mail ein Vertrag zustande kommt – und diese E-Mail folgt in der Regel prompt. Eine vierzehntägige Rückgabegarantie wird durch das Fernabsatzgesetz zwar für Bücher, Software und andere Waren gewährt, „aber Flugreisen sind von dieser gesetzlichen Regelung ausgenommen“, teilt Eva Klaar von der Verbraucherzentrale Berlin mit. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, sollte sämtliche Buchungsvorgänge ausdrucken. Die Ausdrucke seien die einzige Möglichkeit, in Zweifelsfragen einen Beweis liefern zu können.

Was die Sicherheit der Datenübertragung angeht, so setzen alle wichtigen Billigfluganbieter auf die Secure-Sockets-Layer (SSL)- Technologie. Durch eine verschlüsselte Direktübertragung zwischen dem Computer der Fluggesellschaft und dem auf dem eigenen Schreibtisch können die Daten nicht von Fremden abgefangen werden. Dieses System wird auch von den Kreditkartenanbietern generell als sicher eingestuft. Für Manfred Müller von Visa-Deutschland ist SSL die Minimalanforderung beim Zahlen im Internet. Der Experte in Sachen Bezahlsysteme im E-Commerce-Bereich sagt ganz deutlich: „Nie ohne SSL.“ Er rät den Visakarten-Nutzern, diese Regel immer zu beachten.

Doch SSL garantiert einem nicht, dass die Daten bei der Fluggesellschaft auch sorgsam verwaltet werden. Wirkt der Online-Auftritt des Anbieters unseriös, ist Vorsicht geboten. Hier sieht Müller auch die eigentliche Angriffsfläche, wenn es um Betrug im größeren Stil geht. „Keiner wird sich die Mühe machen und einzelne Kreditkarten-Daten während der Übertragung aus dem Internet abfangen.“ Müller sieht die Betrugsgefahr erst bei der Speicherung der Kreditkarten-Informationen bei den Banken der Internet-Händler. Denn erst hier werde für einen potenziellen Kriminellen der Diebstahl von Daten lukrativ, da er auf unzählige Datenmengen zugreifen könne. Deswegen fordere Visa von den Händler-Banken auch die Nutzung von Sicherheitsprogrammen, die den Datenklau in großem Umfang unmöglich machten.

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