Verbraucher : Hohe Zinsen sind schwer zu kriegen

Längerfristige Anlagen sollten Sparer besser meiden

Veronika Csizi

Die drei vor dem Komma ist selten geworden. Ob Sparkonten, Tagesgelder oder kurzfristige Festgelder: Bei 2,5 Prozent Zinsen ist bei den meisten Banken die Schmerzgrenze erreicht. Nur kleinere Kreditinstitute und ausländische Banken zahlen mehr für die flexibelste und immer beliebtere Form der Geldanlage, das Tagesgeldkonto. Dabei kann der Anleger werktäglich über die gesamte Summe verfügen – dafür wird die Verzinsung regelmäßig der Marktlage angepasst. 2,75 Prozent erhalten Sparer etwa bei den niederländischen Häusern Finansbank und Demir Halk Bank (DHB), aber auch bei der 1822-Direkt-Bank und der Santander Consumer/CC-Bank. Allerdings: Während die meisten deutschen Banken die Kundeneinlagen über den Einlagensicherungsfonds voll gegen Pleiten absichern, gilt das für Geld bei ausländischen Instituten oft nur bis 20000 Euro.

Kurzfristige Festgelder bieten in der Regel eine geringfügig niedrigere Rendite. Dafür sind die Sätze aber auch für bis zu zwölf Monate festgezurrt. Das Geld ist in diesem Zeitraum allerdings nicht verfügbar. Wer sein Erspartes nur 30 Tage binden will, muss sich derzeit mit höchstens 2,5 Prozent begnügen. Für 90 Tage erhält man aktuell bei der Dresdner Bank drei Prozent, für 150 Tage zahlt die Berliner Sparkasse 3,1 Prozent. Längerfristige Festgelder, sagt Volkswirt Andreas Bley vom Verband der Volks- und Raiffeisenbanken, sind wegen der aktuell historisch niedrigen Sätze weniger empfehlenswert.

Die Postbank bietet mit ihrer „Sparcard direkt“ drei Prozent, unabhängig von der Anlagedauer. Der Haken dabei: Die Rendite gilt nur, wenn mehr als 3000 Euro auf dem Sparkonto sind, nur per Internet-Abschluss und nur bis Ende Januar 2005. Sinkt die Summe darunter, sackt auch die Verzinsung rapide auf 0,5 Prozent. Ohnehin gilt grundsätzlich: Höhere Zinsen sind durchweg an Bedingungen geknüpft. „Schluss mit der Zinsdiät“ wirbt etwa die SEB und verspricht für ihr Produkt Bonus-Sparen Zinsen in Höhe von 3,5 Prozent. Allerdings: Der Satz besteht aus einem Basiszins von 1,5 Prozent, die zusätzlichen zwei Prozentpunkte erhält nur, wer ein persönliches Finanzkonzept erstellen lässt.

Absoluter Zinsspitzenreiter ist derzeit Cortal Consors: Wer sich bis Jahresende für „4 for you“ entscheidet, kann für ein Jahr vier Prozent Zinsen einstreichen. Allerdings nur mit mehreren Nebenwirkungen: Der Anleger muss Neukunde sein, die Sätze gelten für höchstens 10000 Euro und zusätzlich muss ein Depot mit mindestens 4000 Euro Volumen eröffnet werden.

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