Verbraucher : Im Fokus

Fotoapparate bieten eine immer größere Zahl von Ausstattungsdetails. Nützlich sind vor allem Bildstabilisatoren

Corinna Visser

Die Auswahl an Digitalkameras ist kaum noch zu überschauen. Ob sie gute Bilder machen, kann man ihnen aber leider nicht ansehen, noch an der Vielzahl ihrer Funktionen ablesen. Daher kommt man nicht darum herum, sich vor dem Kauf über die Qualität zu informieren, rät Markus Bautsch von der Stiftung Warentest. Es gibt drei Kategorien von Digitalkameras: die kleinen für die Hemdtasche, die mit großem Zoomfaktor und die Spiegelreflexkameras.

Die Kameras der ersten Kategorie werden dabei immer kleiner und flacher. Viele haben nicht einmal mehr einen Sucher, dafür wird das Display immer größer. „Die Größe des Displays wird oft als Werbeargument benutzt“, sagt Bautsch. „Doch die kleinen hochauflösenden und lichtstarken Displays sind für die meisten Nutzer besser geeignet.“ Bei sehr hellem Sonnenlicht ist zudem auf vielen Displays gar nichts mehr zu erkennen. Ausnahme: „Einige Hersteller haben eine spezielle aufwändige Displaytechnik, die das Sonnenlicht reflektiert und den Kontrast verstärkt“, sagt Bautsch. „Dafür muss man aber ein bisschen mehr Geld ausgeben.“ Wer als Umsteiger von der analogen Technik kommt und auf einen Sucher nicht verzichten will, muss mit einer etwas größeren Kamera vorlieb nehmen.

Das gilt auch für Fotoapparate mit großem Zoomfaktor. Aktuelle Kameras haben in der Regel einen Dreifachzoom. Wer häufig in engen Räumen fotografiert, sollte auf den Zusatz „wide“ achten, für Weitwinkel. Spitzenreiter beim Zoomfaktor ist Samsung mit einem 15-fachen Zoom. „Dafür ist die Kamera auch riesig“, sagt Bautsch. Wichtig für große Zoombereiche sind aktive Bildstabilisatoren. Gut seien hierbei die Lösungen von Panasonic, sagt Bautsch. „Bildstabilisatoren sind auch bei schlechten Lichtverhältnissen sehr nützlich. Sie machen längere Belichtungszeiten möglich.“

Auf die dritte Kategorie, digitale Spiegelreflexkameras, umzusteigen macht nach Meinung des Experten nur in zwei Fällen Sinn: Erstens wenn man aus der analogen Zeit noch viele Objektive hat, die man weiter nutzen möchte. Und zweitens wenn man bei der Bildqualität keine Kompromisse machen will. „Dann braucht man aber auch mehrere Objektive mit festen Brennweiten und muss daher mit erheblichen Kosten rechnen“, sagt Bautsch.

Die Stiftung Warentest testet regelmäßig Digitalkameras. Im aktuellen Heft hat sie elf Apparate geprüft. Drei Kameras liegen vorn, sie punkten jeweils in unterschiedlichen Gebieten. Die beste Bildqualität hat die Samsung Digimax i6 PMP (320 Euro). Sie hat wenig manuelle Einstellmöglichkeiten. Die Canon Digital Ixus Wireless (465 Euro) liegt dagegen bei der Ausstattung vorn. Sie ist die Vielseitigste. Ihre befriedigende Bildqualität lässt sich durch manuelles Einstellen verbessern. Flach und robust und damit gut geeignet für die Jackentasche ist die Sony Cybershot DSC-T9 (405 Euro). Sie verfügt auch über einen Bildstabilisator.

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