Verbraucher : Mehr Geld für Sparen und Konsum

Sparkassen: Zu wenige nutzen die Riester-Rente

Stefan Kaiser

Die Deutschen beurteilen ihre finanzielle Situation wieder etwas positiver. Wie aus einer Umfrage des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands (DSGV) anlässlich des Weltspartags hervorgeht, sind vier von fünf Deutschen mit ihrer finanziellen Situation zufrieden. 43 Prozent bezeichneten sie sogar als „gut“ oder „sehr gut“ – das sind drei Prozentpunkte mehr als im vergangenen Jahr. Eine Verbesserung der eigenen Lage erwarten 20 Prozent, in Berlin nur 15 Prozent. Fast jeder Dritte rechnet dagegen mit einer Verschlechterung. Zwölf Prozent sehen sich nicht in der Lage, finanziell vorzusorgen.

In den vergangenen Monaten ist die Konsumfreude der Bürger dennoch leicht gestiegen. Hatten 2005 noch 45 Prozent angegeben, ihre Konsumausgaben einschränken zu wollen, waren es 2006 nur noch 37 Prozent. Gleichzeitig ist auch die Sparneigung gewachsen. „Die Deutschen haben im vergangenen Jahr erneut mehr gespart als im Vorjahr“, sagte DSGV-Präsident Heinrich Haasis. Sie legten rund 157 Milliarden Euro auf die hohe Kante – fünf Milliarden Euro mehr als im Jahr zuvor.

Unter den Vorsorge- und Anlageprodukten ist die staatlich geförderte Riester-Rente deutlich beliebter geworden. 22 Prozent gaben an, bereits einen Riestervertrag abgeschlossen zu haben (Vorjahr 14 Prozent), weitere dreizehn Prozent planen den Abschluss. DSGV-Präsident Haasis sieht aber noch deutlich Potenzial: „25 Millionen Riester-Berechtigte nehmen die staatlichen Zuschüsse gar nicht in Anspruch“, sagte Haasis. Er appelliere an die Regierung, die geplante Einbeziehung selbst genutzter Immobilien in die Riesterförderung möglichst einfach zu gestalten und auf eine nachgelagerte Besteuerung zu verzichten. „Die Erfahrung zeigt: Wenn es kompliziert wird, macht der Bürger keinen Gebrauch davon.“

Die Nachfrage nach Lebensversicherungen geht dagegen zurück. Zwar ist sie noch immer die meistgenutzte Form der Altersvorsorge; zwei von drei Deutschen haben eine Police (siehe Grafik). Doch gaben weniger Befragte als in den Vorjahren an, den Abschluss einer Versicherung zu planen. „Die eingeführte Besteuerung der Lebensversicherung schafft Unsicherheit“, erklärte Haasis.

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