Navigationsgerät im Test : Langsam, aber billig

Einige Geräte brauchen lange, um die Route zu berechnen. Deshalb schneidet nur die Hälfte beim Navigieren "gut" ab.

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Drei auf dem Prüfstand: So werden Navigationsgeräte getestet. -Foto: picture alliance/dpa

Sie ist die rettende Instanz bei einem wohlbekannten Streit im Auto. Im Fall Beifahrer/in gegen Fahrer/in beendet die elektronische Stimme aus dem Navigationsgerät die Diskussion, ob es nun rechts oder links herum schneller zum Schwimmbad geht. „In hundert Metern bitte rechts abbiegen“, sagt die Stimme, und sie hat recht. Zumindest bei den mobilen Navigationsgeräten, die die Stiftung Warentest geprüft hat. Hier wiesen alle Geräte im Test die Fahrer mit sinnvollen Routen ans Ziel.

Das günstigste Navigationsgerät im Test kostete 94 Euro. Die Investition lohnt sich. Einer Umfrage des Branchenverbandes Bitkom zufolge streiten sich 53,5 Prozent aller Navi-Nutzer dank der elektronischen Routenfinder weniger mit ihrem Beifahrer. 91 Prozent der Befragten gaben an, durch die Navis schneller ans Ziel zu kommen, 88 Prozent verfuhren sich seltener und fühlten sich sicherer. Die meisten mobilen Geräte können sowohl im Auto als auch von Fußgängern genutzt werden.

Bereits jeder vierte Haushalt hat nach Angaben des Bitkom ein mobiles Navigationsgerät. 2009 gingen die Verkaufszahlen in der Branche leicht zurück, auch wegen der starken Konkurrenz durch Handys, die das Satellitenortungssystem GPS nutzen. Diese Geräte können mit entsprechender Software wie vollwertige Navigationsgeräte eingesetzt werden. Die Preise für Navis haben sich in den vergangenen drei Jahren halbiert: Im Schnitt zahlen Käufer heute rund 175 Euro für ein Gerät.

Die Stiftung Warentest hat nun 16 Modelle geprüft. Die Tester untersuchten, wie lange die Navigationsgeräte für Start und Ortung und für die Berechnung der Route brauchten, wie klar Ansagen und Anzeige waren und wie gut die Routenführung funktionierte. Handhabung, Verarbeitung, Vielseitigkeit und Akkuleistung wurden ebenfalls bewertet.

Testsieger war das Falk F12 für rund 325 Euro. Handhabung und Navigation im Test waren „gut“, die Akkuleistung aber nur „befriedigend“. Ebenfalls „gut“ war das etwas kleinere TomTom One, das schon ab 148 Euro zu haben ist. Hier lobten die Tester die Routendarstellung. Das günstigste „gute“ Navi im Test war das Mio Moov M305 für 94 Euro. Allerdings hat es keine Routenfindung für Fußgänger. Auf dem letzten Platz landete das NavGear Streetmate, weil es lange für Start und Ortung brauchte. Das war auch bei den Garmin-Modellen und beim Gerät von Medion so. Generell kritisierten die Tester lange Wartenzeiten bei der Routenfindung. Vor allem die TomTom- Geräte waren hier langsam, das TomTom XL Live brauchte für die Berechnung ganze zwei Minuten.

Navis können den Standort des Fahrers über GPS-Signale bestimmen. Bei der Routenplanung nutzen sie elektronische Kartendaten, die entweder im Gerät oder auf Chips und DVDs gespeichert sind. Das Gerät kann nur in den Regionen navigieren, für die solche Daten vorliegen. Bei den geprüften Modellen werden hauptsächlich Karten für Europa mitgeliefert. Das TomTom Go 950 bietet zusätzlich Material für Nordamerika, auf dem TomTom One sind nur Karten für Deutschland, Österreich, die Schweiz und angrenzende Länder gespeichert. Beim Hersteller können Karten für andere Regionen nachgekauft werden. Viele bieten zudem eine kostenlose Aktualisierung der Daten innerhalb der ersten 30 Tage nach dem Kauf. Der Testsieger Falk F12 liefert ein kostenloses Kartenabo gleich für zwei Jahre mit.

Wer sich also an die Harmonie im Auto gewöhnt hat, sollte vor einem Urlaub nachschauen, ob das Navi auch im Reiseland funktioniert.

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