Verbraucher : Nicht ohne dritte Hand

Klaus Galimberti

DAS TESTURTEIL: 3 Punkte 0 Punkte: Hände weg und alle Bekannten warnen, 5 Punkte: Noch mal drüber schlafen, 10 Punkte: Sofort kaufen

testet einen Akkubohrschrauber Ich liebe Akkuschrauber! Diese Geräte sind ganz sicher eine der Großtaten des menschlichen Erfindungsgeistes. Keine schmerzhaften Blasen und Schwielen durch Schrauben per Hand, kein gefährlicher Kabelsalat auf der obersten Sprosse der Leiter. Mit meinem Gerät (ein blaues handliches Ding von einer bekannten Firma aus Asien) bohre, senke und schraube ich nun schon seit sieben Jahren. Und, ich muss gestehen, ich habe damit schon so manchen Dübel in die Wand gehämmert, auch etliche 35-Millimeter- Löcher gebohrt und sogar Farben angerührt, was man laut Gebrauchsanweisung eigentlich nicht damit tun sollte.

Einziger Makel der ganzen Sache war das ständige Umspannen zwischen Bohrer, Senker und dem kleinen Schrauberaufsatz (Bit) für verschiedene Arbeitsgänge. Die Lösung war einfach, ich habe bei größeren Projekten mehrere, verschieden bestückte Maschinen benutzt. Jetzt kommt er daher, der Dual-Drill, groß und in Rot und Schwarz und mit zwei umschaltbaren Bohrfuttern, wo sonst nur eines ist. Ich kann also in eines den Bohrer zum Vorbohren und in das andere das Schrauberbit spannen und los geht es: Bohren, Bohrfutter umschalten und Schraube rein, prima – denke ich – probiere ich gleich aus.

Bei dem von mir getesteten Gerät eierten beide Bohrfutter leicht, und der magnetische Bithalter konnte seinen Magnetismus leider nicht über das Bit auf die Schraube übertragen. Der Dual-Drill dreht kräftig, und der 18-Volt-Akku liefert ordentlich Kraft. Laut Hersteller wiegt die Maschine nur 2,3 Kilogramm. Mir kommt sie aber nach einiger Zeit schwerer vor, und ich denke an Popeyes Arme. Zum Umschalten braucht man beide Hände und ganz klar eine dritte Hand, wenn man beispielsweise ein Werkstück zwischenzeitlich an Position halten will. Für den Einsatz im professionellen Bereich finde ich das Gerät etwas zu groß und schwer, außerdem fehlt ein zweiter Akku.

Sonst aber sind die zwei Bohrfutter eine nette Sache und für Heimwerker und Heimwerkerinnen eine praktische Erfindung. Der Dual-Drill ist bei Vector im Fernsehen oder im Internet bei www.vector-versand.de für 99 Euro zu haben. Man kann ihn aber laut Fernsehspot 20 Tage ausprobieren und zurückgeben, wenn er nicht hält, was er verspricht, und das klingt fair.

Ich aber bleibe meiner kleinen blauen Maschine treu: Sie ist handlicher, hat ausreichend Power, und mit dem Reserveakku mache ich eher schlapp als sie. Sie hat mich all die Jahre nie im Stich gelassen – das ist halt wahre Liebe.

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