Rechts-Frage : Familienversichert trotz Waisenrente?

Wolfgang Wawro, Steuerberater antwortet.

an Wolfgang Wawro

Ich bin Schülerin und bekomme von nun an eine Halbwaisenrente von rund 200 Euro im Monat. Nebenbei gehe ich einer geringfügigen Beschäftigung nach, bei der ich zwischen 180 Euro und 230 Euro monatlich verdiene. Meine Frage lautet, ob ich mit diesen Einnahmen weiter familienversichert bleiben kann.



Im Rahmen der Familienversicherung können Angehörige in der gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung ein eigenständiges beitragsfreies Versicherungsverhältnis gründen. Berechtigte Angehörige können Ehegatten und Kinder sein. Eine Familienversicherung ist nicht möglich, wenn die Angehörigen ein Gesamteinkommen erzielen, welches regelmäßig im Monat 360 Euro übersteigt. Eine Ausnahme besteht nur für geringfügig Beschäftigte (Minijobber). Im Rahmen einer solchen Beschäftigung beträgt das zulässige monatliche Gesamteinkommen 400 Euro.

Erhalten Sie nun regelmäßig im Rahmen Ihrer geringfügigen Beschäftigung 180 Euro im Monat zu Ihrer Halbwaisenrente, gefährdet dies den Bestand der Familienversicherung nicht. Anders ist es, wenn Sie überwiegend 230 Euro monatlich verdienen. In diesem Fall sind Sie selbst versicherungspflichtig und müssen eigene Beiträge abführen, da Ihr monatliches Gesamteinkommen regelmäßig 400 Euro übersteigt. Der Arbeitnehmerpauschbetrag von 920 Euro jährlich ist bei Minijobbern wegen der Pauschalbesteuerung nicht zu gewähren. Ein monatlicher Wechsel der Versicherungspflicht tritt nicht ein, sondern es wird auf eine Regelmäßigkeit im Sinne von Überwiegend abgestellt.

Für die Familienversicherung von Kindern sind ferner Altersgrenzen zu beachten: Kinder über 18 Jahre, sofern sie nicht erwerbstätig sind, bleiben in der Familienversicherung bis zur Vollendung des 23. Lebensjahres und bei Ausbildung und Studium bis zur Vollendung des 25. Lebensjahres. Ohne Altersgrenze gilt die Familienversicherung unter bestimmten Bedingungen bei behinderten Kindern. Für Studenten gelten besondere Regelungen. Fragen Sie sicherheitshalber die Krankenkasse.

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