Telekommunikation : Telefonieren wird noch günstiger

Für das gleiche Geld gibt es in diesem Jahr mehr Leistung. 2008 sind die Preise deutlich stärker gesunken als 2007.

Berlin - Telefonieren und das Surfen im Internet sind im vergangenen Jahr noch einmal deutlich billiger geworden. Auch 2009 wird es nach Ansicht von Experten in einigen Bereichen weitere Preissenkungen geben. Zwar heißt es beim Branchenverband VATM, in dem sich die Wettbewerber der Telekom zusammengeschlossen haben, dass es bei den Preisen im Festnetz nicht mehr viel Spielraum gebe. Dennoch erwartet der VATM auch hier noch Preisreduktionen von ein bis zwei Prozent, im Mobilfunk könnten sogar drei bis vier Prozent möglich sein. „Die Branche wird weiter zur Entlastung der Verbraucher beitragen“, sagte eine VATM-Sprecherin dem Tagesspiegel.

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Aus Sicht der privaten Haushalte lagen die Preise für Telekommunikationsdienstleistungen (Festnetz/Internet und Mobilfunk) im Jahresdurchschnitt 2008 um 3,3 Prozent unter dem Niveau des Vorjahres, berichtete das Statistische Bundesamt am Montag. Im Jahr 2007 hatte der entsprechende Preisrückgang zum Vorjahr nur 0,3 Prozent betragen, wobei die Umsatzsteuererhöhung zum 1. Januar 2007 das Ergebnis beeinflusst hatte.

 Billiger wurden vor allem Telefonate im Festnetz und Internetverbindungen. Hier ging der Preisindex gegenüber 2007 um 3,4 Prozent zurück. Als Ursache machten die Statistiker vor allem den Wettbewerb bei den Komplettangeboten aus, also bei Angeboten, die Telefon- und DSL-Anschluss mit Pauschalpreisen fürs Telefonieren und Surfen bündeln. Mobiles Telefonieren verbilligte sich dagegen im Jahresdurchschnitt nur um 2,3 Prozent.

Auch 2009, so erwarten Experten, wird das Angebot an Komplettangeboten weiter steigen. Zudem machen Kabelanbieter den klassischen Telekommunikationsfirmen mit Telefon- und Internetangeboten immer mehr Konkurrenz. „Das kann auch im laufenden Jahr für weiter sinkende Preise sorgen“, sagt Bettina Seute vom Internet-Informationsportal teltarif.de. Allerdings sagt auch die Expertin: „Viel Spielraum nach unten gibt es nicht mehr.“

Denn inzwischen sind die Preise so weit gesunken, dass sie nur noch knapp über den Netzkosten oder den Vorleistungspreisen liegen, die die Anbieter an die Netzbetreiber zahlen müssen. Hinzu kommt, dass durch die erwartete Konsolidierung der Branche die Zahl der Anbieter eher sinken als steigen wird. Ein Trend werde sich allerdings fortsetzen, sagt Seute. „Die Verbraucher bekommen für das gleiche Geld mehr Leistung.“ Sinkende Preise im Mobilfunk erwartet die Expertin vor allem für die mobile Datennutzung. „Für immer mehr Menschen ist es inzwischen möglich, ganz auf einen Festnetzanschluss zu verzichten.“ vis

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