Verbraucher : Vom Rasen aufs Parkett

-

Die Briten waren die Trendsetter: Bereits 1983 ging der Fußballverein Tottenham Hotspurs an die Börse. Im Juni 1991 folgte Manchester United. Inzwischen sind über 40 europäische Fußballclubs börsennotiert. Als einziger deutscher Verein wagte Borussia Dortmund im Oktober 2000 den Sprung vom Rasen auf das Parkett. Der Börsengang spülte rund 130 Millionen Euro in die Kassen des Vereins.

Für die Anleger war die Aktie allerdings weniger interessant. Vom Emissionspreis (elf Euro) sackte das Papier zeitweise unter drei Euro ab. Nur echte Fans lieben die Aktie – nicht als Anlageprodukt , sondern aus Zuneigung zu ihrem BVB. Besser hatten es die Fans der britischen Clubs. Bis zu 2000 Prozent notierte zwischenzeitlich die Aktie von Manchester über ihrem Emissionskurs.

Seit dem vergangenen Herbst hat der Club einen neuen Großaktionär . Die Deutsche Bank verkaufte ihren Anteil von 14,4 Prozent an den Bonner Verleger Norman Rentrop. Dank dieser Übernahme hat sich der Kurs stabilisiert, denn vorher hatte die Deutsche Bank permanent kleinere Verkäufe getätigt.

Kritike r bescheinigen den Fußball Aktien allerdings, sie seien Zocker-Papiere. Letztlich mache nur eine Investition in Teams Sinn, die in der Champions League spielten, sagt Ingo Süßmilch von der WGZ-Bank. Und eine regelmäßige Teilnahme an dieser höchsten Spielklasse scheint nur für den FC Bayern München garantiert. Die Bayern aber zieren sich. Zwar wird immer mal wieder das Projekt Börsengang öffentlich erörtert, aber zum entscheidenden Schritt ist es bisher noch nicht gekommen. Die Münchener hatten es auch noch nicht nötig. Zunächst einmal holten sie Adidas ins Boot. Der Sportartikelhersteller zahlte umgerechnet rund 75 Millionen Euro für eine Zehn-Prozent-Beteiligung. Wer also eine Adidas-Aktie kauft, dem gehört schon jetzt ein kleines Stück vom FC Bayern München . dr

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben