Welt : ...aber für 80.000 Mark Tickets: Nürnberger Millionär narrt die Justiz

Seit Jahren narrt ein hochbetagter Millionär die Nürnberger Justiz. Der 88-jährige frühere Fabrikant setzt sich regelmäßig ans Steuer, obwohl er seinen Führerschein schon vor Jahren wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis abgegeben hatte. Doch der Prozess gegen ihn platzte, weil sich der Angeklagte angeblich an nichts mehr erinnern konnte und keine Zeugen geladen waren. Im Juni war der Millionär zu einer Verhandlung wegen seines "Lieblingsdelikts" mit dem eigenen Auto vorgefahren und hatte frech vor dem Hauptportal des Justizpalastes geparkt. Auf 80 000 Mark haben sich die Geldstrafen des greisen Autofahrers inzwischen summiert. Zwei seiner Luxuskarossen hat das Gericht bereits eingezogen. Im August aber hatte der Mann per Brief ein Geständnis angekündigt. Deswegen hatte man auf die Ladung von Zeugen verzichtet. Im Gerichtssaal wollte er davon aber nichts mehr wissen. Er könne sich an nichts erinnern, sagte der 88-Jährige, außerdem fahre er seit 70 Jahren unfallfrei.

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