Alles Hipster : Immer mehr Politiker tragen Nerd-Brillen
29.07.2012 16:46 UhrDie CSU hat einen neuen Generalsekretär. Der alte war pausbäckig und sah oft müde aus mit seinen kleinen Augen; er trug keine Brille, aber dunkle Anzüge mit hellen Hemden darunter. Bayrisch-bieder. Der neue könnte auch einem Modekatalog entlaufen sein – mit den braunen, eckigen Schuhen und der anthrazitfarbenen Krawatte zum eng geschnittenen knallblauen Anzug. Und diese Brille erst. Schwer und groß und dick umrandet. Sie trägt wohl am meisten dazu bei, dass man ihn kaum wiedererkennt, den neuen und alten CSU-Generalsekretär.
Alexander Dobrindt hat sich von jetzt auf gleich komplett überholt, was durchaus als Ansage an alle anderen interpretiert werden darf.
Hier bin ich, frisch, dynamisch, voller Tatendrang! „Gerade Brillen können Menschen optisch radikal verändern. Und das ad-hoc“, sagt Ralph Anderl, der in Berlin als Brillendesigner tätig ist und natürlich schon mitbekommen hat, dass immer mehr Politiker plötzlich neue Gestelle ausführen: die sogenannten Nerd-Brillen. Große Gläser, dicke, dunkle Rahmen, breite Bügel.
Keine drei Jahre ist es her, da waren auch bei den wichtigsten Männern des Landes noch schlichte, randlose Brillen angesagt. Frank-Walter Steinmeier, der SPD-Fraktionschef, wechselte dann als einer der Ersten von konturlos zu Horn – allerdings in Form einer sehr gemäßigten Variante, mit verhältnismäßig dünnem schwarzen Rahmen. Guido Westerwelle, Norbert Röttgen, Frank Schäffler, Alexander Dobrindt und noch ein paar mehr taten es ihm mit wuchtigeren Modellen nach.
Die Nerdbrille ist ein typisches Merkmal der "Hipster". Bilder von der diesjährigen Olympiade:
Hipster-Olympiade-2012(11 Bilder)
Zuletzt zeigte sich auch der ehemalige Bundespräsident Christian Wulff im neuen Look. So dünn, ja beinahe hager wie er sonst wirkte, so dick und groß ist seine neue Brille, ebenfalls ein Nerd-Modell. Fünf Monate nach seinem Rücktritt trägt er sein neues Leben auch im Gesicht. „Christian Wulff will damit natürlich einen Neuanfang repräsentieren“, sagt Ralph Anderl.
























