Amoklauf : Blutbad auf US-Campus: Mehr als 30 Tote

Beim bislang blutigsten Amoklauf in der Geschichte der USA sind nach Medienberichten mehr als 30 Menschen ums Leben gekommen - darunter auch der Täter. Der Mann hatte offenbar während einer Vorlesung das Feuer eröffnet.

Washington - Auf dem Gelände der Technischen Universität des US-Bundesstaates Virginia wurden bei zwei Schießereien am Montag außerdem zahlreiche Menschen verletzt. Unter den Toten ist der Polizei zufolge auch der Schütze. Nach Angaben des Kongressabgeordneten Randy Forbes seien 32 Menschen ums Leben gekommen. "Man hat uns gesagt, dass es 31 Tote gab und dass auch der Amokläufer tot ist - das macht insgesamt 32 Opfer". Auch der Fernsehsender Fox hatte zuvor 32 Tote gemeldet. Offiziell waren diese Angaben aber nicht bestätigt worden. Die Polizei sprach von 22 Toten, unter denen auch der Todesschütze sei.

Über die Identität des Täters und die Motive wurde zunächst nichts bekannt. Ob sich der Amokläufer selbst erschoss oder ob er von der Polizei getötet wurde, blieb offen.

Toter in Wohnheim aufgefunden

Der Polizei und der Universitätsleitung zufolge begann das Blutbad am Morgen um 7.15 Uhr in einem Studentenwohnheim auf dem Campus der Polytechnischen Universität von Virginia in Blacksburg. Zu dieser Zeit sei ein Notruf bei der Polizei eingegangen. In dem Wohnheim habe man dann einen der Toten entdeckt. Zwei Stunden später, während die Beamten noch mit ihren Untersuchungen beschäftigt waren, seien Schüsse aus einem anderen Gebäude mit Vorlesungssälen gemeldet worden. Dort seien die übrigen Menschen getötet und verletzt worden.

Wie die Polizei andeutete, begann der Täter während einer laufenden Vorlesung zu feuern. Auf die Frage, ob sich die Opfer zum Zeitpunkt des Blutbads in einem Klassenzimmer aufgehalten hätten, antwortet Campus-Polizeichef Wendell Finchum auf einer Pressekonferenz mit zitternder Stimme: "Ja."

Schlechtes Wetter erschwert Bergung Verletzter

Nach Finchums Worten wurden die Verletzten in Krankenhäuser gebracht. Mehrere von ihnen sollten sich in einem kritischen Zustand befinden. Wegen stürmischen Wetters konnten bei der Bergung der Verletzten keine Helikopter eingesetzt werden: Sie mussten in Krankenwagen transportiert werden.

Universitäts-Präsident Charles Steger sprach von einer "Tragödie monumentalen Ausmaßes". Die Universität befinde sich "in tiefem Schock, und wir sind entsetzt". Er ließ offen, ob es sich bei allen Opfern um Studenten handelt oder ob sich unter ihnen auch Personal befindet. "Wir haben die Unsrigen verloren", sagte er. Weiter teilte er mit, dass sofort Psychologen zur Betreuung der Studenten zur Verfügung gestellt würden. Insgesamt besuchen 26.000 Menschen die Universität.

Bush bete für Opfer

Das Weiße Haus sprach den Familien der Toten sein Beileid aus. Präsident Bush und die Nation beteten für die Opfer und ihre Angehörigen, sagte Sprecherin Dana Perino.

Nach der ersten Schießerei waren alle Anwesenden auf dem Campus via Internet aufgerufen worden, nicht ins Freie zu gehen und sich von den Fenstern fern zu halten. Währenddessen durchkämmten schwer bewaffnete Sicherheitskräfte den Campus, weil zunächst ein zweiter Schütze vermutet wurde.

Merkel spricht Bush Beileid aus

In der Universität waren in der vergangenen Woche zwei Bombendrohungen eingegangen. Ob ein Zusammenhang zu dem Blutbad besteht, blieb zunächst unklar.

Bundeskanzlerin Angela Merkel zeigte sich unterdessen erschüttert. Sie sprach US-Präsident George W. Busch am Montag ihr Beileid aus. (tso/dpa/ddp/AFP)

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