Welt : Amoklauf in Erfurt: Polizei: Es gibt keinen zweiten Mann

Die Polizei schließt jetzt aus, dass der Amokläufer von Erfurt einen Komplizen hatte. Das sagte der Erfurter Polizeichef Rainer Grube am Sonntag auf einer Pressekonferenz in Erfurt. Schülerinnen und Schüler wollten zunächst einen zweiten Täter gesehen haben.

Die Erklärung der Polizei folgte nicht enden wollenden Gerüchten über einen zweiten Täter. Außerdem kursierten Gerüchte, dass bestimmte Medien die These von einem zweiten Täter in den nächsten Tagen groß aufbereiten wollen. Der 19 Jahre alte Robert Steinhäuser hat sich am vergangenen Freitag vor seinem Amoklauf mit einer Lüge zu Hause verabschiedet. Er habe seinen Eltern gesagt, er gehe in die Schule, weil er Prüfung habe, berichtete Grube weiter. Den Eltern sei bis zu diesem Zeitpunkt nicht bekannt gewesen, dass ihr Sohn längst von der Schule verwiesen worden war. "Entsprechend haben sie ihm noch gute Wünsche mit auf den Weg gegeben", sagte Grube. Grube betonte, Steinhäuser habe während der Bluttat "zielsicher" Lehrer als Opfer ausgesucht. Die getöteten beiden Schüler seien nicht gezielt, sondern durch die Tür erschossen worden.

Täter hatte keinerlei Schulabschluss

Steinhäuser hatte trotz seiner zwölf Schuljahre keinerlei Abschluss. Wenn ein Schüler in Thüringen zum zweiten Mal das Abitur nicht schafft, erhält er im Gegensatz zu anderen Bundesländern nicht einmal einen Hauptschulabschluss, wie der Vater eines Schülers des Gutenberg-Gymnasiums am Sonntag auf einer Pressekonferenz erklärte. Steinhäuser hatte vor einem Jahr das Abitur nicht bestanden und hätte es auch nicht wiederholen können, weil er vor einigen Wochen wegen Urkundenfälschung von der Schule verwiesen worden war. In anderen Bundesländern erhalten Schüler in der Regel mit Abschluss der neunten Klasse einen Hauptschulabschluss und nach der zehnten Klasse den Realschulabschluss.

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