Amoklauf von Emsdetten : Erinnerung an "Glück im Unglück"

Sieben Wochen nach dem Amoklauf eines Ex-Schülers hat die Geschwister-Scholl- Realschule in Emsdetten den Schulbetrieb wieder aufgenommen. Vor dem Unterricht versammelten sich rund 700 Schüler, Lehrer und Eltern zu einem Gottesdienst.

Emsdetten - "Wichtig ist für uns alle, dass wir so etwas nicht vergessen", sagte die nordrhein-westfälische Schulministerin Barbara Sommer (CDU). Als Lehre aus der Tat kündigte sie an, weitere Schulpsychologen und Sozialarbeiter einzustellen. Am 20. November hatte ein 18- Jähriger seinen Hass auf die Schule in einem Amoklauf entladen. 37 Menschen wurden dabei verletzt, der Täter nahm sich selbst das Leben. Es stellte sich heraus, dass der Amokläufer an der Schule über Jahre ein Einzelgänger-Dasein gefristet und sich mehr und mehr in virtuelle Welten gewalttätiger Computerspiele zurückgezogen hatte.

"Wir sollten nicht vergessen, wie viel Glück im Unglück wir hatten", sagte Schulleiterin Karola Keller bei dem Gottesdienst. Dass bei dem Amoklauf neben dem Täter kein weiterer Mensch sein Leben verloren habe, grenze an ein Wunder. So hatte etwa der Hausmeister der Schule einen Bauchschuss erlitten. Hunderte Schüler, Lehrer und Angehörige nahmen sich bei der Andacht bei den Händen. Einigen standen Tränen in den Augen.

Zum Abschluss ließen die Schüler Luftballons mit Friedenstauben- Aufdruck in die Luft steigen, auf denen sie Gedanken, Wünsche und Ängste notiert hatten. Nach der Andacht zogen die Schüler mit ihren Klassenlehrern wieder in das Schulgebäude ein. "Ich glaube, dass der Zusammenhalt uns allen helfen wird, einen Neuanfang zu schaffen", sagte Keller. (tso/dpa)

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