Welt : Angriff auf Amerika: Schutz in Deutschland

Der Bundessicherheitsrat hat am Dienstagabend für Deutschland Sofortmaßnahmen nach den Terroranschlägen auf die USA angeordnet. Nach Regierungsangaben beschloss der Sicherheits-Ausschuss des Bundeskabinetts, die Schutzmaßnahmen für Bundeseinrichtungen sowie für alle US-amerikanischen und israelischen Einrichtungen in Deutschland zu verstärken. Die deutschen Sicherheitsbehörden wurden angewiesen, ihre amerikanischen Kollegen bei der Aufklärung der Hintergründe der Anschläge zu unterstützen. Auch auf den deutschen Flughäfen würden strengere Sicherheitsmaßnahmen ergriffen.

Nach Regierungsangaben wurden im Bundesinnenministerium und im Außenministerium Krisenstäbe eingerichtet. Das Lagezentrum des Bundeskanzleramtes wurde personell aufgestockt. Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) werde durch das Lagezentrum ständig über die Ereignisse unterrichtet, teilte die Regierung weiter mit.

Der Bundessicherheitsrat, dem neben Vertretern des Kanzleramtes auch Vertreter des Außen- und Verteidigungsministeriums sowie einiger anderer Ministerien angehören, sollte erneut am Mittwochmorgen zusammentreten. Eine Unterrichtung der Fraktions- und Parteivorsitzenden hatte am Dienstagabend begonnen.

Die hessische Landesregierung empfahl am Dienstagabend, die größten Hochhäuser in Frankfurt am Main sofort zu räumen. Zur Begründung verwies Innenminister Volker Bouffier auf mögliche Nachahmungstäter. Betroffen wären unter anderem die Gebäude der Messe, der Europäischen Zentralbank und der großen Geschäftsbanken. "Wir halten es für vertretbar, bei einer solch einmaligen Lage die Arbeit dort für einen Tag ruhen zu lassen", sagte Bouffier. Auch am Mittwoch sollten daher Hochhäuser mit besonderem Symbolwert geschlossen bleiben. Der Messeturm wurde bereits geräumt. Auch die Europäische Zentralbank empfahl ihren Mitarbeitern, das Gebäude zu verlassen und nach Hause zu gehen.

Der Berliner Senat veranlasste zusätzliche Sicherheitsvorkehrungen an Bundesbauten und ausländischen Vertretungen. Alle erforderlichen Maßnahmen für potenziell gefährdete Personen und Gebäude seien getroffen worden, sagte Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit.

Ein Sprecher des Bundesnachrichtendiensts in Pullach sagte, derzeit sondierten alle verfügbaren Terrorexperten die Lage und bewerteten im Auftrag der Bundesregierung die Informationen.

Wie ein Sprecher der US-Luftstreitkräfte im pfälzischen Ramstein berichtete, werden nun vor allem verschärfte Zugangskontrollen auf den Militärflugplätzen angestrengt. Der militärische Flugverkehr laufe dagegen normal weiter. Auch Ausgangssperren seien bisher noch nicht geplant.

Auch die rheinland-pfälzische Polizei wurde in erhöhte Alarmbereitschaft versetzt, wie ein Sprecher des Innenministeriums sagte. Der Schutz erstrecke sich auch auf die Wohnsiedlungen von US-Soldaten.

Auch Hamburg, Sachsen, Bayern, Bremen, Sachsen-Anhalt und Nordrhein-Westfalen erhöhten die Sicherheitsmaßnahmen für amerikanische und israelische Einrichtungen sowie Flughäfen deutlich.

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