Angriffe auf 160 Millionen Mitglieder : Bei Twitter ist der Wurm drin

Der global genutzte Kurzmitteilungsdienst Twitter kollabierte nach einer Lücke im Sicherheitssystem. Die Frau von Ex-Premier Gordon Brown erwischte es als eine der ersten. Sie schickte 1,1 Millionen Followern einen Tweet, der auf einer japanischen Pornoseite verlinkt war.

Der weltweit genutzte Kurzmitteilungsdienst Twitter brach am Dienstag für mehrere Stunden zusammen, weil sich ein infizierter Tweet in Windeseile verbreitet hat. „Twitter wo bist du?“, fragte ganz verzweifelt die Userin „preem270287“. „Twitter spinnt grad“, stellte „Das_Linchen“ fest.

Zu den ersten Opfern gehörte die Frau des ehemaligen britischen Premierministers Gordon Brown. Ihren mehr als 1,1 Millionen „Followern“ schickte sie am Dienstagmittag unfreiwillig eine Mitteilung mit einem Link zu einer japanischen Porno-Website. Als sie es bemerkte, schickte sie eine Warnung hinterher: „Fasst den früheren Tweet nicht an – da passiert etwas sehr Merkwürdiges mit diesem Twitter-Feed! Sarah“.

Verursacht wurde das Durcheinander von einer Sicherheitslücke in Twitter. Die unbekannten Übeltäter nutzten eine Funktion der Skriptsprache JavaScript, die als „mouseover“ bezeichnet wird: Dabei wird schon dann eine Aktion ausgelöst, wenn ein Nutzer die Maus über einen bestimmten Bereich führt – es ist also nicht einmal erforderlich, auf einen Link zu klicken. Der Wurm löste in vielen Fällen automatische „Retweets“ aus – den Weiterversand der infizierten Mitteilung unter dem eigenen Twitter- Namen. Mal wurden die User zu Porno-Webseiten geschickt, mal wurde nur wirrer JavaScript-Code angezeigt. In anderen Fällen öffnete der Code ein Popup-Fenster. Vielfach war auch die übliche Ansicht der Mitteilungen auf twitter.com von einer wirren Grafik blockiert. Twitter selbst hüllte sich erst einmal in Schweigen. Es ist nicht das erste Mal, dass Twitter aufgrund seiner großen Reichweite mit mehr als 160 Millionen Mitgliedern ein Ziel von Attacken wird. So machte im Februar 2009 ein Wurm die Runde, der mit der Botschaft „Don't click“ zum Gegenteil verlockte und sich so weiterverbreitete. (mit dpa)

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