Anschlag in Nigeria : Sekte Boko Haram bekennt sich zu Angriff - 30 Tote

Wieder hat ein schwerer Anschlag der radikal-islamischen Sekte Boko Haram Nigeria erschüttert. Beim dem Angriff auf einen Fischmarkt in der Stadt Maiduguri im Nordosten des Landes starben bis zu 30 Menschen.

Bei einem Angriff der radikal-islamischen Sekte Boko Haram auf einen Markt sind im Nordosten Nigerias bis zu 30 Menschen ums Leben gekommen. Die Gruppe zündete Sprengsätze auf einem Fischmarkt in der Stadt Maiduguri, die als Hochburg der Boko Haram gilt. Anschließend kam es zu einem schweren Gefecht mit Sicherheitskräften und Soldaten.

Der Sprecher der Militäreinheit Joint Task Force (JTF), Hassan Mohammed, erklärte, acht Sektenmitglieder seien bei dem Schusswechsel getötet und drei Marktverkäufer verletzt worden. Augenzeugen sprachen jedoch von mindestens 30 Opfern. Die JTF, die die Rebellen bekämpft, wurde 2003 aus Sektionen der nigerianischen Armee, der Marine und der Luftwaffe gegründet.

Die nigerianische Krise
Nach dem Angriff. Das Hauptquartier der Polizei in der nordnigerianischen Millionenstadt Kano ist weitgehend zerstört. Am 20. Januar griffen Anhänger der Islamistensekte Boko Haram 30 Polizeistationen gleichzeitig an. Dabei starben rund 200 Menschen.Weitere Bilder anzeigen
1 von 17Foto: Reuters
27.01.2012 18:29Nach dem Angriff. Das Hauptquartier der Polizei in der nordnigerianischen Millionenstadt Kano ist weitgehend zerstört. Am 20....

Es wird vermutet, dass die Aktion der Boko Haram ein Vergeltungsschlag war: Die Gruppe wollte damit auf die Festnahme eines hochrangigen Mitglieds am vergangenen Donnerstag reagieren. Die Sekte wirft einigen Händlern auf dem populären Markt vor, den Sicherheitsleuten Tipps gegeben zu haben, die zu der Festnahme führten.

Die Boko Haram lehnt jede westliche Lebensform ab. Eines ihrer Ziele ist es, Christen aus dem überwiegend islamisch geprägten Norden Nigerias zu vertreiben. In den vergangenen Monaten gab es immer wieder Bombenanschläge auf Kirchen sowie auf Gaststätten mit Alkoholausschank. (dpa)

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