Welt : Auch Armstrong hatte keinen Mondführerschein (Glosse)

Andreas Conrad

Vor längerem machte unter Autofahrern die halb als Gerücht, halb als Wirklichkeit eingestufte Nachricht die Runde, ein alkoholisierter Autofahrer sei in seinem Prozeß zuletzt doch mit Glanz und Gloria freigesprochen worden. Er hatte sich mit der Polizei eine wilde, aber unfallfreie Verfolgungsjagd geliefert und zur Verteidigung angeführt, eben diese Extremsituation habe erwiesen, dass er zum Führen eines Fahrzeugs sehr wohl noch in der Lage war. Sein Richter war auch dieser Meinung, doch leider hat diese, wie alles wahrhaft Salomonische nicht ganz verbürgte Entscheidung keine Rechtsgeschichte geschrieben. Wieviel verschleuderte Mittel wären gespart worden, hätte sie nur Schule gemacht. Manches traut man sich zu, hat es im Geheimen schon erfolgreich geprobt - aber nein, es fehlt ein nur unter großen Kosten erhältlicher Stempel, damit man es auch vor dem Gesetz tun darf. Aber das wäre doch die Konsequenz des Urteils: automatische Erteilung der Fahrerlaubnis, sobald man unter riskanten Bedingungen seine Fahrtüchtigkeit bewiesen hat. Das muß auch der Autofahrer gedacht haben, der sich jetzt vor der Polizei rühmte, seit 30 Jahren ohne Führerschein, doch unfallfrei seinen Wagen gelenkt zu haben. Recht so, will man zustimmen, denn wo säßen wir, müsste immer alles abgestempelt werden? Auf den Bäumen. Hat nicht Charles A. Lindbergh, Pionier des Fortschritts, seine Fliegerei anfangs ohne Schein betrieben? Und Neil Armstrong, hatte der einen Mondführerschein? Auch nicht? Na bitte.

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