Berlinale 2016 : Berlinale-Taschen - Kultobjekte auf der ganzen Welt

Maike Mia Höhne fotografiert seit Jahren die Taschen der Berlinale, wo immer sie sie auf der Welt entdeckt.

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Eine Berlinale-Tasche in Istanbul.
Eine Berlinale-Tasche in Istanbul.Foto: Maike Mia Höhne/promo

Die kultige rote Berlinale-Tasche mit den weißen Punkten hat Maike Mia Höhne auf der Motorhaube eines alten Fords in der argentinischen Pampa entdeckt. Den stabilen grauen Beutel mit pinkfarbenem Bären nahm sie vor einem Haus in Istanbul auf. Und natürlich trägt man Berlinale-Taschen auch am Strand von Cannes.

Maike Mia Höhne ist Sektionschefin der Kurzfilme. Sie fotografiert Berlinale-Taschen, wo immer auf der Welt sie welche entdeckt. Und das passiert häufiger, als man denken sollte. Rund 20 000 gesponserte Taschen werden an die akkreditierten Berlinale-Teilnehmer ausgegeben.

Jedes Jahr sehen sie anders aus. Zunächst bestimmen sie zehn Tage lang das Stadtbild von Berlin. Und wenn das Festival vorbei ist, reisen sie mit den Teilnehmern in alle Welt und machen da Reklame für die Berlinale. Wenn Maike Mia Höhne nicht auf Kurzfilmjagd durch die Welt reist, pendelt sie zwischen Hamburg und Berlin.

Berlinale-Tasche am Strand von Cannes.
Berlinale-Tasche am Strand von Cannes.Foto: Maike Mia Höhne/promo

Sie war immer gerührt, wenn sie übers Jahr bei sich zu Hause Berlinale-Taschen entdeckte. Der Jahrgang 2005, so hat sie es beobachtet, ist noch heute beliebt bei jungen Hamburger Müttern zum Aufbewahren von Windeln.

Berlinale-Tasche auf der Piazza Grande in Locarno
Berlinale-Tasche auf der Piazza Grande in LocarnoFoto: Maike Mia Höhne/promo

Die „Innerstädtischen Sammlungen“ von Maike Mia Höhne haben allerdings schon eine längere Geschichte. Fotografie unter anderem hat sie studiert. Irgendwann fiel ihr mal auf, dass die Aldi-Taschen mit ihren blauen Streifen eine Grafik in den öffentlichen Raum bringen. Also begann die heute 44-Jährige, die sich selbst als „Sammler-Fetischistin“ bezeichnet, die Plastiktüten des Discounters zu fotografieren. Auch „Sex im öffentlichen Raum“ war schon ein Thema für sie, womit keine stöhnenden Paare auf Parkbänken gemeint sind, sondern Bilder und Plakate mit sexuellen Anmutungen.

Berlinale-Tasche in der Pampa von Argentinien.
Berlinale-Tasche in der Pampa von Argentinien.Foto: Maike Mia Höhne/promo

Bei den großen Festivals in Locarno oder Cannes „auf unsere Berlinale-Taschen zu stoßen“ war für sie auch eine beglückende Erfahrung. Das Familiengefühl der Berlinale ist schließlich legendär. Ursprünglich waren die Taschen dazu gedacht, den schweren Katalog abzutransportieren. Mit dem Ende des Papiermonsters droht irgendwann auch die Frage nach der Existenzberechtigung der Berlinale-Taschen.

Berlinale-Tasche in Hamburg.
Berlinale-Tasche in Hamburg.Foto: Maike Mia Höhne/promo

Dass die Taschen – der Jahrgang 2016 ist aus grauem Filz und mit Reißverschluss – immens populär sind und am Souvenirstand schon lange vor Ende des Festivals ausverkauft waren, spricht immerhin für ihre Popularität.

Vielleicht gibt es rechtzeitig vorher mal eine Ausstellung der Bilder aus aller Welt, und die Tasche wird einfach als Kultobjekt weitergeführt. Schließlich weist auch Festivalchef Dieter Kosslick gern auf das Umwelt-Engagement des Festivals hin. Und irgendwas haben Kinobesucher doch immer zu transportieren.

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