Welt : Berliner Nachbarn

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Berlin Ein Bewohner der Heylstraße 29 in Schöneberg hat eine Vase mit rosa Rosen und weißen Gladiolen auf die holzverkleidete Heizung gestellt. „Jeder wusste seinerzeit, dass Inge Meysel hier wohnt“, sagt das Ehepaar Rengert aus dem vierten Stock. Seit 40 Jahren wohnt das Rentnerpaar schon in dem herrschaftlich anmutenden Haus, in dem noch ein Fahrstuhl mit Gittertüren und gepolstertem Sitz seinen Dienst tut. Als die beiden dort einzogen, wohnte dort die dänische Mutter der bekannten Schauspielerin. Erst als diese in den siebziger Jahren starb, übernahm Inge Meysel die Wohnung im Erdgeschoss, wo sie bis 1999 ihren Sitz in Berlin hatte. „In dem Supermarkt kaufte sie nicht ein, aber sie ging mit Lockenwicklern auf den Markt vor dem Rathaus. Sie war nicht einfach“, sagt Herr Rengert.

Beim Türken um die Ecke auf der Hauptstraße hing dennoch ein Bild mit Widmung von ihr an der Wand. „Zum Schluss kam sie nur noch in die Wohnung, wenn sie in Berlin drehte“, sagt Herr Rengert. Udo Walz holte sie dann zum Friseurbesuch ab. „Sie war selbstbewusst und egozentrisch“, sagt eine Anwohnerin. Inge Meysel ließ sich nicht von der Nachbarin helfen. „Ihre Filme habe ich trotzdem geliebt. suz

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