Berliner Zoo : Knuts Ziehvater starb an einem Herzinfarkt

Der Tierpfleger von Eisbär Knut, Thomas Dörflein, ist an einem Herzinfarkt gestorben, wie eine Obduktion ergab. Er war tot in einer Wohnung in Wilmersdorf aufgefunden worden. Sein plötzlicher Tod macht viele Menschen betroffen.

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Diese Bilder gingen um die Welt. Thomas Dörflein und Knut. -Foto: dpa

BerlinDer 44-jährige Tierpfleger war am Montag überraschend zusammengebrochen und verstorben. Der gerichtsmedizinischen Untersuchung zufolge führte eine frisch gebildete Thrombose - die Verstopfung von Blutgefäßen durch Gerinnsel - zur mangelhaften Blutversorgung des Herzens. Andere Todesursachen, insbesondere ein Fremdverschulden, seien aus medizinischer Sicht ausgeschlossen, erklärte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft.

Dörflein war am Montag leblos in der Wohnung einer Bekannten in Wilmersdorf aufgefunden worden. Der Tierpfleger war als Ziehvater des Eisbären Knut weit über die Grenzen Berlins hinaus bekannt geworden. Er hatte das Bärenbaby im Berliner Zoo per Hand aufgezogen. Mit dem Eisbären wurde auch Dörflein populär.

"Wir werden ihm stets ein würdigendes Andenken bewahren"

Die Mitarbeiter des Berliner Zoos sind voller Trauer um ihren Kollegen, der sich 20 Jahre lang um die Bären gekümmert hat. Zoo- und Tierparkdirektor Bernhard Blaszkiewitz sagte, Dörflein sei ein kompetenter und erfahrener Tierpfleger gewesen. "Wir werden ihm stets ein würdigendes Andenken bewahren."

Dörflein habe durch sein einzigartiges Engagement während der Handaufzucht von Eisbär Knut maßgeblich zum Besuchererfolg des Zoologischen Gartens im Jahre 2007 beigetragen, sagte Blaszkiewitz. Gemeinsam mit Knut habe er die Herzen seiner Berliner und weltweiten Fans erobert. Zoo und Tierpark seien Dörflein hinsichtlich seiner Leistung und seines selbstlosen Einsatzes zu bleibendem Dank verpflichtet.

Blaskiewitz beschrieb Dörflein zudem als einen "eher zurückhaltenden und bescheidenen Menschen". Der 44-Jährige habe öffentliche Auftritte meist zurückgewiesen und auch Ehrungen wie den "Bambi" oder die "Goldene Henne" abgelehnt, sagte Blaskiewitz am Dienstag dem Fernsehsender N24. "Das zeigt schon, dass ihm daran gelegen war, dass seine Arbeit im Mittelpunkt stand und nicht er als Person."

Ihre Trauer brachten Mitarbeiter und Besucher mit Rosen, Blumensträußen, Briefen und einer Grabkerze vor dem Bärengehege zum Ausdruck. In einem Brief heißt es: "Lieber Thomas, wir werden Dich so vermissen, wir sind alle ganz traurig." Und in einem zweiten: "Du wirst immer in unserem Herzen sein, wir werden immer an Dich denken und Dich nie vergessen. In so kurzer Zeit bist Du ein Freund für uns geworden."

"Ich bin bestürzt über seinen plötzlichen Tod"

Auch Politiker äußerten sich betroffen über den Tod des 44-Jährigen. Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) sagte, der Berliner Zoo habe einen "Sympathieträger" verloren. Dörflein sei eine "sympathische, engagierte Persönlichkeit" gewesen. "Ich bin bestürzt über seinen plötzlichen Tod", sagte Wowereit.

Kulturstaatssekretär André Schmitz sagte, Dörfleins Tod berühre alle Menschen. In kürzester Zeit sei der Tierpfleger zu einer "Ikone für Berlin" geworden. "Der Bär und sein Pfleger - für die Stadt war das eine ganz wunderbare Geschichte", betonte Schmitz.

Die tierschutzpolitische Sprecherin der Grünen-Fraktion, Claudia Hämmerling, würdigte Dörfleins "außergewöhnliches Engagement". Zugleich betonte sie, dass Knut auf seinen Ziehvater "fehlgeprägt" sei. Es sei höchste Zeit, ihn mit einer jungen Eisbärin zusammen zu bringen. (imo/ddp/AFP)

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