Blacksburg-Massaker : Familie des Amokläufers erhält Polizeischutz

Die Familie des Todesschützen von Blacksburg steht unter dem Schutz der US-Behörden. Unterdessen stellte sich ein Trittbrettfahrer, der in Kalifornien einen weiteren Amoklauf angedroht hatte.

Seoul/San Francisco - Die Bundespolizei FBI habe die südkoreanische Botschaft in Washington informiert, dass sich die Eltern und die ältere Schwester des Schützen Cho Seung-Hui in Sicherheit befänden, teilte eine Sprecherin des Außenministeriums mit. Es war nicht klar, ob für die aus Südkorea stammende Familie unmittelbar Gefahr bestanden hatte. Sie sei jedoch in "Schutzgewahrsam". Der 23- jährige Cho hatte am Montag auf dem Gelände der Technischen Universität 32 Menschen und sich selbst erschossen. Seine Familie war vor knapp 15 Jahren in die USA eingewandert.

In Nordkalifornien stellte sich am Donnerstagabend (Ortszeit) ein 28-jähriger Mann, der einen Amoklauf in der Region angedroht haben soll. Schulen in den Bezirken Yuba und Sutter County waren geschlossen worden oder hatten Sicherheitsvorkehrungen getroffen. Auch am Freitag sollten rund 12.000 Schüler in der Region nach Anordnung der Schulbehörde zu Hause bleiben, berichtete der "San Francisco Chronicle".

Obdachloser drohte mit Sprengstoff und Gift

Die Beamten hatten den obdachlosen Mann seit Mittwoch gesucht, nachdem er zuvor Familienmitgliedern und einen Pfarrer am Telefon gesagt hatte, er besitze Waffen, Sprengstoff und Gift. Er wolle ein Massaker verüben, das das Blutbad an der Universität von Blacksburg "harmlos" erscheinen lasse.

Nach Angaben der Behörden ist der Mann schon häufiger wegen Drogenmissbrauchs aufgefallen. Möglicherweise leide er an einer Psychose. Er sei schon mehrfach im Gefängnis gewesen, zuletzt wegen häuslicher Gewalt, teilte ein Polizeisprecher mit.

In Israel sollte am Freitag einer der Helden des Universitätsmassaker an der Virginia Tech, Professor Liviu Librescu, nahe Tel Aviv beerdigt werden. Der 76-Jährige hatte sich dem Attentäter in den Weg gestellt, um seinen Studenten die Flucht zu ermöglichen. (tso/dpa)

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