BLITZE : Heftige Tropen

Noch ist unklar, welchen Anteil ein Blitz am Absturz hatte. Fest steht: Gewitter können in den Tropen heftiger ausfallen als hierzulande. Das sagt Kersten Schmidt von der Firma Nowcast, die unter anderem Blitzdaten aus ganz Europa an den Deutschen Wetterdienst liefert. Bei Messungen in Brasilien, Australien und Afrika haben Schmidt und sein Team über mehrere Monate Gewitter analysiert. Demnach gibt es dort im Durchschnitt stärkere Blitze als über Europa. Grund dafür ist, dass die äquatornahe Atmosphäre mehr Energie enthält. Sie stammt von der starken Sonnenstrahlung sowie von der hohen Luftfeuchtigkeit. Sobald Wasserdampf kleine Tröpfchen bildet, wird nämlich zusätzliche Wärme frei, die als Treibstoff für Gewitter gilt. Allerdings zeigte die Analyse auch, dass die starken Blitze eher über Land durch den Himmel zucken – und nicht über dem Meer, wo die Maschine abstürzte. „Generell gibt es über dem Ozean weniger Gewitter, weil er sich nicht so stark aufheizt wie das Festland“, sagt der beteiligte Meteorologe Hartmut Höller vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt. Brasilianische Forscher berichten, dass es im Süden des Landes vermehrt besonders gefährliche Blitze gibt, die bis zu einer halben Sekunde lang dauern und dabei ganze Strom- und Telefonnetze lahmlegen. nes

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