Chile : Erste Bergleute verlassen Krankenhaus

Das ging schnell: Die ersten drei chilenischen Kumpel wurden schon wieder aus dem Krankenhaus entlassen. Andere sollen heute folgen.

Als letzten der 33 verschütteten chilenischen Bergleute empfing Präsident Sebastian Pinera den Vorarbeiter Luis Urzua. Er wurde um kurz vor drei MESZ, 27 Stunden nach der Rettung des ersten Bergarbeiters, befreit.Weitere Bilder anzeigen
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14.10.2010 08:26Als letzten der 33 verschütteten chilenischen Bergleute empfing Präsident Sebastian Pinera den Vorarbeiter Luis Urzua. Er wurde um...

Einen Tag nach ihrer spektakulären Rettung aus einer chilenischen Mine sind die ersten drei Bergarbeiter aus dem Krankenhaus entlassen worden. Begleitet von einem Blitzlichtgewitter verließen Juan Illanes, Edison Pena und Carlos Mamani am Donnerstagabend (Ortszeit) in einem Fahrzeug das von hunderten Journalisten umlagerte Krankenhaus in Copiapó.

Die drei Männer winkten lächelnd in die Kameras, gaben den vor sämtlichen Eingängen wartenden Journalisten jedoch keine Interviews. Das chilenische Fernsehen begleitete wenig später den 34-jährigen Kumpel Edison Pena, wie er nach dem fast zehn Wochen langen Grubendrama erstmals wieder vor seinem Zuhause stand. "Ich hätte nicht gedacht, dass ich zurückkomme", sagte er. "Das war eine schlimme Erfahrung. Danke, dass ihr daran geglaubt habt, dass wir leben." Nach der geglückten Rettungsaktion waren alle 33 Bergarbeiter von der Mine San José zu Untersuchungen in ein Krankenhaus ins nahegelegene Copiapó gebracht worden. Der Zustand der drei Kumpel, die sich am Donnerstag einer Zahn-OP unterziehen mussten, sei "sehr gut", sagte der stellvertretende Klinikleiter Jorge Montes. Bei dem an einer Lungenentzündung leidenden Mario Gómez schlugen demnach die Antibiotika gut an.

Am Freitag könnten weitere Bergleute zu ihren Familien zurückkehren, sagte Montes. Darauf hoffte auch der 63-Jährige Gómez: "Mir geht es gut, ich bin zufrieden", sagte er in einem kurzen Telefonat aus seinem Krankenzimmer. "Morgen (Freitag) werden sie mich entlassen." Von den Erlebnissen unter Tage erzählte der 27-jährige Richard Villaroel dem chilenischen Fernsehen in einem Telefoninterview. Der Teamgeist habe die Gruppe zusammengeschweißt. "Wenn es einem von uns schlecht ging, hat der Kamerad an seiner Seite ihm geholfen." Vor allem die Anfangszeit sei in der dunklen, feuchten und heißen Rettungskammer schwer gewesen, weil sie nicht gewusst hätten, ob sie lebend gefunden würden. Ihre Vorräte hätten die Männer deshalb streng rationiert.

Bei der Rettung der Bergmänner mit einer Rettungskapsel hatte am Mittwoch die ganze Welt mitgefiebert. US-Außenministerin Hillary Clinton erklärte, sie habe sich gar nicht vom Bildschirm abwenden können. "Ich konnte gar nicht aufhören (hinzusehen)", sagte sie.

US-Präsident Barack Obama gratulierte seinem chilenischen Kollegen Sebastian Piñera zur der erfolgreichen Aktion. Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) beglückwünschte ihn zum "erfolgreichen Abschluss" der Rettung.

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon begrüßte die spektakuläre Rettung der unter Tage eingeschlossenen Kumpel als "außerordentlichen Triumph" der "Kraft des menschlichen Geistes". "Wir können alle von ihrem Mut und ihrem Durchhaltevermögen lernen", sagte Ban nach Angaben seines Sprechers über die Bergleute und alle an der Rettungsaktion Beteiligten. (AFP/dpa)

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