Chile : Randale und Feuer in Santiago

Nicht nur in London brennt es, auch in Santiago de Chile gibt es Trümmer, Vermummte und Verletzte. Dabei wollten die Menschen eigentlich für bessere Bildung demonstrieren.

Bilder von randalierenden Jugendlichen kommen in diesen Tage nicht nur aus London. Auch in der chilenischen Hauptstadt Santiago de Chile eskalierte in den vergangen Tagen die Gewalt zwischen Polizei und jugendlichen Demonstranten.Weitere Bilder anzeigen
Foto: Reuters
10.08.2011 11:27Bilder von randalierenden Jugendlichen kommen in diesen Tage nicht nur aus London. Auch in der chilenischen Hauptstadt Santiago de...

Fünf Tage nach der Eskalation von Protesten in Chile gegen Mängel im Bildungswesen sind in der Hauptstadt des Landes erneut zehntausende Menschen auf die Straße gegangen. Während die Demonstration in Santiago de Chile am Dienstag selbst weitgehend friedlich blieb, lieferten sich Polizei und Protestierende am Rande der Veranstaltung erneut Auseinandersetzungen, wie ein AFP-Reporter berichtete.
Nach Angaben einer Studentenvertreterin gingen in Santiago de Chile bis zu 150.000 Menschen auf die Straße. Die Polizei sprach von 70.000 Teilnehmern. Neben Studenten und Schülern demonstrierten auch Beamte und Arbeiter des wirtschaftlich bedeutenden Kupfersektors. Auch in anderen Städten im Land gab es Demonstrationen, unter anderem in Concepción und Valparaíso.
In Santiago de Chile gingen die Sicherheitskräfte am Nachmittag zum Ende der Demonstration hin mit Wasserwerfern und Tränengas gegen vermummte Jugendliche vor, die zum Präsidentenpalast marschieren wollten. Die Jugendlichen errichteten Barrikaden und setzten Baumaterialien sowie mindestens ein Auto in Brand, wie ein Journalist der Nachrichtenagentur AFP berichtete. Bereits am Morgen hatten Protestierende an mehreren Kreuzungen in Santiago de Chile Barrikaden aus brennenden Autoreifen errichtet, was zu Staus während des Berufsverkehrs führte.

Landesweit wurden bei den Protesten am Dienstag nach Angaben von Vize-Innenminister Rodrigo Ubilla 273 Menschen festgenommen, 72 von ihnen in der Hauptstadt. 23 Polizisten seien in Santiago de Chile verletzt worden.
In Chile protestieren Schüler, Lehrer und Studenten seit Monaten für eine stärkere finanzielle Beteiligung des Staates an der Bildung sowie für eine bessere Ausstattung der staatlichen Schulen.
Vergangenen Donnerstag waren die Proteste eskaliert, Polizei und Demonstranten lieferten sich heftige Auseinandersetzungen. Zahlreiche Polizisten wurden verletzt, mehr als 800 Menschen wurden vorläufig festgenommen.
Anders als am Donnerstag war die Demonstration am Dienstag genehmigt worden, auch wurde ein Verlauf der Demonstrationsroute festgelegt. Der von Studentenvertretungen aufgestellte Sicherheitsdienst versuchte zudem, gewaltbereite Jugendliche im Zaum zu halten. (dpa)

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