Costa Allegra : Pannen-Kreuzfahrtschiff sicher auf den Seychellen angekommen

Das havarierte Kreuzfahrtschiff "Costa Allegra" ist am frühen Donnerstagmorgen in den Gewässern der Seychellen-Hauptinsel Mahé angekommen. Costa sieht sich vom einem Fluch verfolgt. Es war die zweite Havarie innerhalb von 45 Tagen.

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Das Kreuzfahrtschiff "Costa Allegra" wurde von Schleppern in den Hafen gebracht.
Das Kreuzfahrtschiff "Costa Allegra" wurde von Schleppern in den Hafen gebracht.Foto: reuters

Das Schiff konnte man gegen 6.30 Uhr vom Hafen aus sehen, sagte eine Korrespondentin der Nachrichtenagentur dpa. Etwa eine Stunde später sollte die „Costa Allegra“ mit mehr als 1000 Menschen an Bord in den Hafen einlaufen. Das Andockmanöver werde etwa zwei Stunden dauern, sagte eine Sprecherin des Tourismusamtes der Seychellen.

Im Hafen von Mahé wurde die „Costa Allegra“ von einem großen Medienaufgebot erwartet. Fernsehteams aus aller Welt hatten sich in Stellung gebracht. Auch die für die Seychellen zuständige deutsche Botschafterin in Kenia, Margit Hellwig-Bötte, sowie Honorarkonsulin Kerstin Henri wollten die 38 Deutschen an Bord des italienischen Schiffes in Empfang nehmen.

Die Costa Allegra wird abgeschleppt
Das manövrierunfähige Kreuzfahrtschiff Costa Allegra wird von einem Schlepper in den Hafen von Victoria gebracht.Alle Bilder anzeigen
1 von 5Foto: AFP
01.03.2012 12:21Das manövrierunfähige Kreuzfahrtschiff Costa Allegra wird von einem Schlepper in den Hafen von Victoria gebracht.

Auf dem Kreuzfahrtschiff war am Montag ein Feuer im Maschinenraum ausgebrochen. Die manövrierunfähige „Costa Allegra“ wurde anschließend von zwei Schleppern und einem französischen Trawler durch Piratengebiet nach Mahé gebracht. Da es keinen Strom an Bord gab, mussten die Passagiere die Reise über den Indischen Ozean bei tropischer Hitze ohne Kühlung überstehen.

Wegen des Ausfalls der Klimaanlagen ist es nur an Deck auszuhalten.
Wegen des Ausfalls der Klimaanlagen ist es nur an Deck auszuhalten.Foto: Reuters

„Costa ist ein hochsolides Unternehmen. Wir werden nicht scheitern. Die Medien haben uns zunichtegemacht. Aber wir werden hart an unserem Ruf und unserer Marke arbeiten.“ So sagte es der Chef des Kreuzfahrtriesen, Pierluigi Foschi, noch Mitte Februar. Damals lag die Havarie der „Costa Concordia“ vier Wochen zurück. Jetzt, diesen Montag vor den Seychellen, hat es es auf der „Costa Allegra“ gebrannt. Und aus der Genueser Konzernzentrale, wo derselbe Krisenstab wie vor sieben Wochen gleich den nächsten Unglücksfall zu bewältigen hat, hört man nur mehr: „Ein furchtbares Zusammentreffen. Als läge ein Fluch über uns.“

Costa – das ist der größte Kreuzfahrtkonzern Europas. Zwei Millionen Urlauber, so viele wie nie zuvor, haben sich auf dessen 14 Schiffen vergangenes Jahr über die sieben Weltmeere schippern lassen, 504 Millionen Euro an Gewinn sind davon in Genua hängen geblieben. Costa und die anderen Marken des amerikanischen Konzerns Carnival decken allein die Hälfte eines noch immer stark wachsenden Weltmarktes ab, und selbst die spektakuläre Havarie der „Costa Concordia“ schien der Branche nicht weiter geschadet zu haben: Die Buchungen, so hieß es, hätten sich „nur verlangsamt“, seien aber nicht eingebrochen. Wie weit sich das nun nach dem Brand auf der „Costa Allegra“ ändert, wagt keiner vorherzusagen.

Die „Costa Allegra“ soll am Donnerstagmorgen auf der Seychellen-Hauptinsel Mahé ankommen – sie wird von einem Fischtrawler gezogen. Die Reederei beruhigte indessen: Nach dem Feuer laufe dort alles nach Plan. Man treffe nun die Vorbereitungen für die Weiterreise der Passagiere. (mit dpa)

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