Welt : Das alte Arbeiterviertel kommt in Mode

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Die „Schälsick“ – die schief angesehene Seite – nennen die Kölner den Stadtteil Mülheim. Das alte Arbeiterviertel ist rechtsrheinisch gelegen. In der Keupstraße, wo sich der Anschlag ereignete, leben Deutsche und Türken friedlich Tür an Tür. Es ist eine sehr belebte Straße, in der viele kleine Läden und Restaurants eine Atmosphäre schaffen, die oft für Filmproduktionen genutzt wird. Zunehmend beziehen Künstler hier preiswerte Ateliers in alten Fabrikhallen.

EWERK

Nur wenig entfernt vom Tatort ist das E-Werk, ein bekannter Veranstaltungsort, in dem Konzerte stattfinden. Das E-Werk ist auch der Mittelpunkt der Stunk-Sitzung, des Höhepunkts des alternativen Kölner Karnevals, zu dem jedes Jahr Zehntausende strömen.

ANKE ENGELKE

Im E-Werk produzieren auch Anke Engelke und Stefan Raab ihre allabendlichen TV-Shows, sie haben viel junge Schickeria in die Gegend gezogen.

POLIZEI, BANDEN, ZUHÄLTER

Die Polizei hat die Keupstraße auf dem Stadtplan dick unterstrichen – wegen iIllegaler Geschäfte, Glücksspiel, Schutzgeld und Drogen. Machtkämpfe toben zwischen türkischen und kurdischen Banden, Albanern und anderen Osteuropäern. Anhänger der gewalttätigen kurdischen PKK leben hier. Die Türsteher- und Rotlicht-Szene schreckt auch nicht vor Schießereien auf offener Straße zurück. Es ist eine Welt, die der Polizei aufgrund der Kultur- und Sprachgrenzen versperrt bleibt. Tsp/ddp

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