• Der Elfjährige leidet unter der wochenlangen Haft und Isolation - das Recht auf ein schnelles Verfahren wurde ihm nicht gewährt

Welt : Der Elfjährige leidet unter der wochenlangen Haft und Isolation - das Recht auf ein schnelles Verfahren wurde ihm nicht gewährt

Nach über zwei Monaten Untersuchungen in den USA geht es dem elfjährigen Raoul nach Angaben seines Anwalts zunehmend schlechter. Er mache sich ernsthafte Sorgen um den Jungen, der wegen sexueller Nötigung seiner Halbschwester angeklagt ist, sagte Arnold Wegher der Schweizer Boulevardzeitung "Blick". "Jetzt ist der Moment gekommen, wo ich an alle einen Notruf richten muss." Die Situation, in einer fremden Umgebung zu leben, habe dem Jungen zugesetzt.

Auch die Eltern reagierten erschüttert über den Zustand ihres Kindes. Raoul habe schon beim letzten Telefongespräch gehetzt und unglücklich gewirkt, sagten sie dem "Blick". Der Junge dürfe keinen Kontakt mit anderen Kindern haben. Er lebt seit drei Wochen in einer Pflegefamilie. Zuvor wurde er sieben Wochen in einem Jugendgefängnis festgehalten. Die in die Schweiz geflüchteten Eltern haben ihn jetzt etwa zwei Monate lang nicht sehen können.

Bei der Verlesung der Anklageschrift am Montag in Golden habe Raoul einen ruhigen Eindruck gemacht, hatte der Sprecher der Schweizer Botschaft in Washington, Manuel Sager, gesagt. Der Junge sei zwar überwältigt von dem Trubel, aber insgesamt guten Mutes.

Gestern am späten abend wollte das Gericht in Golden im US-Bundesstaat Colorado über eine mögliche Einstellung des Verfahrens gegen den Jungen beraten. Die Verteidiger hatten erklärt, dass Raoul das Recht auf ein schnelles Verfahren vorenthalten worden sei. Die vorgeschriebene 60-Tage-Frist zur Anklageerhebung nach der Festnahme sei in der vergangenen Woche abgelaufen.

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