Welt : Der Film meines Lebens: Fußballer Lars Ricken über "Reservoir Dogs"

Johanna Adorján

Wenn wir mit dem Mannschaftsbus von Borussia Dortmund zu Auswärtsspielen fahren, schauen wir unterwegs immer Videos. Leider meistens schlechte Action-Filme, "Con Air" zum Beispiel, "Staatsfeind Nummer 1", oder, ganz schlimm, "Universal

Soldier" - den haben wir schon vier mal

gesehen. Ich habe versucht, die anderen zu besserem Filmgeschmack zu erziehen: Einmal habe ich "Desperado" eingelegt - und wurde aufs Übelste beschimpft dafür. Beim zweiten Versuch erntete ich nur Gleichgültigkeit. Ja, Ricken halt, hieß es. Dabei war das einer meiner Lieblingsfilme: "From Dusk Til Dawn" von Quentin Tarantino. Nachdem ich den im Kino gesehen hatte, habe ich mir sofort alle Tarantino-Filme auf Video besorgt. Ich finde sie großartig - sie fangen immer harmlos an und entwickeln sich dann zum totalen Horrortrip.

So ist das auch bei "Reservoir Dogs". Da tun sich ein paar Typen zusammen und planen ein krummes Ding. Sie wollen ein Juweliergeschäft ausrauben, was aber misslingt, weil die Polizei davon Wind kriegt. Es gibt also einen Verräter in den eigenen Reihen, fragt sich nur, wer. Von nun an misstraut jeder jedem. Die Charaktere entwickeln sich zu Psychopathen, zu mitleidlosen Bestien, die emotionslos ihre Widersacher aus dem Weg räumen. In der letzten Szene stehen sie alle im Kreis, ziehen ihre Pistolen und erschießen sich dann gleichzeitig gegenseitig. Das ist schon sehr grausam. Vor allem die Szene, in der einem Polizisten das Ohr abgebissen wird. Aber die Dialoge sind sehr lustig, es gibt einen tollen Soundtrack, und die Schauspieler, vor allem Steve Buschemi und Harvey Keitel, sind einfach klasse.

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