Welt : Der Winter stürmt herein

Zum Beginn der Skiferien soll Schnee fallen – Meteorologen sagen für Berlin minus 10 Grad voraus

Andreas Oswald

Als der Kieler Klimaforscher Mojib Latif kürzlich sagte, in 100 Jahren gäbe es keinen Winter mehr, dachte jeder, er habe sich um 100 Jahre verrechnet. So wie in dem Film „The Day After Tomorrow“. Da stellt ein Klimaforscher sein alarmistisches Katastrophenszenario vor und wird höhnisch gefragt, wann denn seine Vision eintrete. „In spätestens 100 Jahren“, sagte er. Zu diesem Zeitpunkt ging die Katastrophe schon los.

Mojib Latifs Vorhersage schien ebenfalls bereits eingetreten zu sein. Je nachdem, wie gerade das Wetter draußen ist, haben die Klimaforscher gerade Recht oder nicht. Es muss ja nicht gerade so sein wie bei Michael Crichton, in dessen neuem Roman Umweltfreunde die Öko-Katastrophe inszenieren, um Geld für ihre Anliegen zu bekommen (Kultur).

Eigentlich ist alles völlig in Ordnung. Am Wochenende beginnt der Winter. Rechtzeitig zum Beginn der Skiferien. Und rechtzeitig zu den Winterschlussverkaufsaktionen des Einzelhandels. Die Meteorologen sagen umfangreiche Schneefälle voraus. Sogar für Berlin. Der Schnee soll liegen bleiben, sagt Thomas Globig von Meteomedia. Minus zehn Grad kündigt er als Tiefsttemperatur für die ersten Nächte der nächsten Woche an.

Es ist ein grundlegender Wetterwechsel, der uns jetzt bevorsteht. Er wird eingeleitet durch heftige Stürme, die bereits am gestrigen Donnerstag in Teilen Deutschlands Orkanstärke erreichten. Entscheidend für die neue Winterwetterlage ist eine ganz bestimmte Formation. Über Osteuropa setzt sich ein Tief fest. Es heißt „Ingo“.

Im Westen über dem Atlantik steht das Hoch „Britta“, das verhindert, dass ein Tief nach dem anderen vom Atlantik zu uns kommt und milde, feuchte Luft mitbringt, wie es die meiste Zeit im Jahr der Fall ist. Zwischen dem Tief im Osten und dem Hoch im Westen bildet sich ein Nord-Süd-Kanal, der kalte Luft aus dem hohen Norden nach Süden lässt. Damit dieser kalte Luftstrom richtig in Fahrt kommt, wirken das Tief im Osten und das Hoch im Westen durch ihre permanente Drehung wie Schaufelräder. So ganz glücklich sind die Wintersportler nicht. Sie brauchen zwar dringend Schnee, aber schön wird es erst, wenn die Schneefälle wieder aufgehört haben. Und die Pisten präpariert sind. Und die Sonne scheint. Darauf müssen sie bis zum Ende der Ferien warten.

0 Kommentare

Neuester Kommentar