DEUTSCHES ROTES KREUZ : Nachhaltige Gesundheitsversorgung

Isabel Krüger

Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) will langfristig 18 Millionen Euro von bisher rund 20 Millionen Euro eingenommenen Spenden für den Wiederaufbau des zerstörten Haiti bereitstellen. Auf einer Pressekonferenz am Mittwoch in Berlin stellte DRK-Präsident Rudolf Seiters den Langfristplan für die Erdbebenopfer vor. Schwerpunkte legt die Hilfsorganisation in Projekte der Gesundheitsversorgung und Infrastruktur. „Wir kommen nun vom Sprint zum Marathon“, sagte Seiters. Nach der Nothilfe gehe es jetzt um die langfristige und nachhaltige Planung für einen Neubeginn in dem Karibikstaat. Der Großteil der Spenden – 12 Millionen Euro – soll in die Gesundheitsversorgung investiert werden.

Da im April die Regenzeit beginnt und im August die Saison der tropischen Wirbelstürme, soll das mobile Rotkreuz-Hospital, das zur Zeit in Zelten in einem Fußballstadion in Carrefour betrieben wird, in eine benachbarte Sporthalle umziehen. Sie blieb unbeschädigt, aber eine Zwischendecke muss eingezogen werden. Hier können Verletzte zumindest eine Basis-Versorgung bekommen, bis das Krankenhaus wiederaufgebaut ist. „Auch das Gebäude der Blutbank und das Personal für die Blutversorgung muss wiederaufgebaut werden“, erklärt Johannes Richert, Leiter der medizinischen DRK-Projekte. Hinzu kommen Aufbauprojekte in der Orthopädie und Chirurgie.

Kritisch sieht das DRK die zunehmende Zahl der sogenannten „anbehandelten“ Patienten. So wurden beispielsweise Knochenbrüche lediglich verbunden und gegipst, der Bruch jedoch nicht behoben. „Unter großen Schmerzen kommen täglich 60 solcher Patienten in unsere Stationen und wir behandeln sie nachhaltig weiter“, sagte Richert.

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