Welt : Die Gründe für diese Trendwende sind unklar

Nach jahrelangem Rückgang sind in den ersten drei Monaten dieses Jahres wieder deutlich mehr Menschen auf den deutschen Straßen ums Leben gekommen. Wie das Statistische Bundesamt am Montag in Wiesbaden mitteilte, stieg die Zahl der tödlich Verunglückten bis Ende März im Jahresvergleich um fast zehn Prozent oder 151 auf 1702. Die Zahl der Verletzten erhöhte sich um vier Prozent auf knapp 110 000. Insgesamt erfasste die Polizei rund 567 000 Verkehrsunfälle, ein Prozent mehr als vor einem Jahr. Experten sind sich über die Gründe im Unklaren. Die Union forderte Bundesverkehrsminister Reinhard Klimmt (SPD) auf, mehr für die Verkehrssicherheit zu tun.

Eine besonders traurige Bilanz gab es in Mecklenburg-Vorpommern, wo sich die Zahl der Verkehrstoten in den ersten drei Monaten dieses Jahres um 21 auf 95 erhöhte. In Rheinland-Pfalz nahm die Zahl der tödlich Verunglückten um 18 auf 83 zu. Bundesweit hatte es im gesamten Jahr 1999 noch einen Tiefstand mit insgesamt 7749 Todesopfern gegeben (minus 0,6 Prozent).

Wolfgang Steichele vom ADAC betonte, mit diesen Quartalszahlen stehe noch nicht fest, dass auch im gesamten Jahr mehr Verkehrstote verzeichnet würden. Insbesondere der Februar sei ein Ausreißer nach oben gewesen.

Langfristig werde die Zahl vermutlich weiter abnehmen. "Bei dem hohen Sicherheitsniveau wird es immer schwieriger, dass die Zahlen abwärts gehen." Der stellvertretende Vorsitzende der CDU/CSU- Bundestagsfraktion, Klaus Lippold, und der verkehrspolitische Sprecher Dirk Fischer bezeichneten die Quartals-Bilanz als erschreckend. "Hier zeigt sich, wie falsch die Bundesregierung lag, gerade die Mittel für Verkehrssicherheitsarbeit im Haushalt des Bundesverkehrsministers für das Jahr 2000 um 15 Prozent - von 26 auf 22 Millionen Mark - zu reduzieren."

Im März stieg die Zahl der Unfälle nach Angaben der Statistiker bundesweit um sechs Prozent auf fast 200000. Dabei wurden 545 Menschen getötet (plus fünf Prozent) und 38400 verletzt (plus vier Prozent). Allein Im Februar hatte die Zahl der Getöteten um 127 auf 595 zugenommen.

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