Welt : Die Invasion kann beginnen

ANDREAS OSWALD

Am Freitag um 3 Uhr Marszeit landet die Sonde Pathfinder auf dem Roten PlanetenVON ANDREAS OSWALDAm kommenden Freitag, dem amerikanischen "Independence Day", landen nicht die Außerirdischen auf der Erde, sondern eine Sonde von der Erde auf dem Mars."Wir haben uns überlegt, drehen wird den Spieß einfach um und besuchen sie zuerst", scherzte Bill Clinton.Um 3 Uhr lokaler Marszeit, das ist 19 Uhr mitteleuropäische Sommerzeit, wird die Nasa-Sonde Pathfinder auf dem Roten Planeten landen.Es ist der Start einer regelrechten Invasion.Alle zwei Jahre sollen weitere Missionen von der Erde folgen, um den Planeten für den geplanten Besuch von Menschen zu erkunden.Die ersten sollen, wenn die ehrgeizigen Pläne eingehalten werden und weiter viel Geld fließt, etwa im Jahre 2010 ihren Fuß auf den Mars setzen. Doch zuerst werden kleinere Brötchen gebacken.Wie bereits ausführlich geschildert, soll Pathfinder und das kleine Fahrzeug Sojourner ein Gebiet, das Ares Vallis, geologisch und meteorologisch erkunden, um herauszufinden, ob es in der Vergangenheit Wasser auf dem Mars gegeben hat, der Voraussetzung für die Entstehung von Leben.In den Presseverlautbarungen der Nasa wird meist davon ausgegangen, daß es Wasser auf dem Mars gab.Dafür gibt es viele Hinweise, bewiesen ist das aber nicht.Wie Ralf Jaumann, der mit seinem Berliner Team an der Mars-Mission wissenschaftlich beteiligt ist (siehe unten), sagt, gibt es derzeit zwei Theorien: Die Katastrophentheorie besagt, daß durch Vulkane einst riesige Eismassen geschmolzen wurden und Wasser große Teile des Mars überfluteten.Anschließend versickerte es wieder und gefror.Dies würde bedeuten, daß es nur eine relativ kurze Zeit Wasser gegeben hätte, die wohl nicht gereicht hätte, daß sich Leben bilden konnte.Der anderen These zufolge war die Atmosphäre früher einmal dicht genug, daß Wasser längere Zeit flüssig bleiben konnte und Leben sich hätte Bahn brechen können.Das Mikroorganismen nicht unbedingt Sauerstoff benötigen, wissen wir auch von der Erde.Den Lebewesen wäre es gar nicht so schlecht ergangen.Der Mars ist der Erde durchaus ähnlich.Er hat zwei Pole, mehrere Jahreszeiten und am Äquator immer mal wieder angenehme 30 Grad.Die Nasa-Forscher stellen sich sogar vor, daß dort landende Astronauten in Treibhäusern Gemüse züchten könnten. Aber der Mars ist nicht überall gemütlich.Es werden schon mal minus 190 Grad gemessen und die Stürme sollen fürchterlich sein.So sollen die Missionen der nächsten Jahre vor allem herausfinden, wo Menschen einmal gefahrlos landen könnten und wo sie am ehesten Spuren nach ehemaligem Leben finden.

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