Discovery : Erster Spaziergang im All erfolgreich

Der erste von drei Weltraumspaziergängen der "Discovery"-Mission auf der Internationalen Raumfähre ISS ist reibungslos verlaufen. Die Astronauten installierten erfolgreich einen Aluminium-Ausleger.

Houston - Der US-Astronaut Robert Curbeam und der Schwede Christer Fuglesang installierten während ihres sechseinhalb Stunden dauernden Aufenthaltes einen zwei Tonnen schweren Aluminium-Ausleger. Außerdem verlegten sie Kabel für die Strom-, Kommunikations- und Klimaversorgung und justierten die Solarantennen der Raumstation. Um 04:07 Uhr MEZ waren die Arbeiten abgeschlossen, wie die US-Raumfahrtbehörde Nasa mitteilte. Am Donnerstag und Samstag stehen zwei weitere Weltraumspaziergänge mit komplexen Arbeitsschritten an.

Die Installation des mehr als drei Meter langen Aluminium-Auslegers ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur Fertigstellung der ISS. Auf ihm sollen später weitere Module der Raumstation errichtet werden, unter anderem das europäische Forschungslabor Columbus. Die Astronauten mussten bei der Arbeit mit größter Vorsicht vorgehen, da sie die Konstruktion an den sensiblen Solarpanelen vorbei manövrieren mussten. Bewegt wurde der Aufbau auch mit Hilfe eines Roboterarmes, den die Astronautin Joan Higginbotham steuerte. Nach dem Ende der Arbeiten gratulierte die Bodenkontrolle in Houston den Astronauten zu ihrem "100-prozentigen Erfolg".

Williams löst Reiter ab

Die "Discovery" war am Samstag von Cape Canaveral im US-Bundesstaat Florida gestartet; während der insgesamt zwölftägigen Mission bleibt sie acht Tage an der ISS angedockt. Noch zwei weitere Weltraumspaziergänge stehen auf dem Programm: Am Donnerstag sollen Curbeam und Fuglesang das Stromversorgungssystem weiter ausbauen; am Samstag wird die Astronautin Sunita Williams gemeinsam mit Curbeam Kameras an der Außenhaut der Raumstation installieren. Die 41-jährige Williams löst auf der ISS den deutschen Astronauten Thomas Reiter ab, der nach sechs Monaten im All mit der "Discovery" zur Erde zurückkehren wird. Am 21. Dezember wird die Fähre zurück auf der Erde erwartet.

Die Ingenieure der NASA beendeten derweil ihre Analyse der Bilder des Hitzeschilds der "Discovery". Demnach wurde die Raumfähre auf ihrem Flug ins All nicht beschädigt. Zwei Besatzungsmitglieder der ISS hatten beim Anflug des Shuttles rund 300 Fotos gemacht, um die Außenhülle auf mögliche Schäden zu untersuchen. Bei den dabei entdeckten kleinen weißen Punkten auf den schwarzen Kacheln des Hitzeschildes handelt es sich aber offenbar nicht um Beschädigungen.

Der Hitzeschild der Raumfähren wird seit der "Columbia"-Katastrophe im Februar 2003 besonders gründlich untersucht. Die Fähre war wegen eines beschädigten Hitzeschildes beim Wiedereintritt in die Atmosphäre verglüht. Alle sieben Besatzungsmitglieder kamen ums Leben. (tso/AFP)

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