Discovery : Shuttle-Start im dritten Anlauf

Die US-Raumfähre Discovery soll am Dienstag wie geplant zur Internationalen Raumstation ISS starten - trotz eines Risses im Isolierschaum ihres Außentanks.

Cape Canaveral -«Wir setzen unseren Countdown fort», sagte Nasa-Manager Bill Gerstenmaier am Montag in Cape Canaveral. Die Untersuchungen hätten gezeigt, dass der Riss harmlos sei. Auch ein abgeplatztes, dreieckiges Stück Isolierschaum von der Größer einer Toastscheibe stelle keine Gefahr dar, sagte der Manager. Die Raumfähre soll am Dienstag um 14.38 Uhr (20.38 Uhr MESZ) mit sieben Astronauten an Bord starten. Zu ihnen zählt auch der Deutsche Thomas Reiter.

Die Isolierung des 47 Meter hohen Außentanks gilt als Schwachstelle der Space-Shuttle-Technik: Ein abgebrochenes Schaumstoffteil hatte im Jahr 2003 die Columbia-Katastrophe verursacht, bei der alle sieben Astronauten starben. Bei der Discovery-Mission im vergangenen Jahr waren dann erneut Teile der Ummantelung abgebrochen. Es war reines Glück, dass sie damals nicht auf den Hitzekacheln des Shuttles aufschlugen und diese beschädigten.

Bei der Vorbereitung der jetzigen Discovery-Mission hatten die Nasa-Ingenieure deshalb der Schaumstoffummantelung des Außentanks besondere Aufmerksamkeit geschenkt und mehrere Änderungen vorgenommen. Dennoch war die Ummantelung an der Halterung einer Sauerstoffleitung aufgebrochen, wie Ingenieure in der Nacht zum Montag entdeckten, nachdem der Start wegen schlechten Wetters erneut verschoben werden musste. Der Riss war rund 13 Zentimeter lang und drei bis sechs Millimeter tief.

Gerstenmaier betonte, die Entscheidung, am Start zum amerikanischen Unabhängigkeitstag festzuhalten, sei einstimmig gefallen. Zudem habe sich das Wetter weiter gebessert. Die Chance, dass die Astronauten ihren Flug zur ISS antreten könnten, läge bei 60 Prozent.

Es ist erst der zweite Shuttle-Flug seit der Columbia-Katastrophe vor mehr als drei Jahren. Die Nasa steht unter einem gewissen Termindruck. Die Space-Shuttle-Flotte soll 2010 stillgelegt werden. Bis dahin muss die Weltraumbehörde ein ehrgeiziges Programm absolvieren, will sie ihre Vorgaben erfüllen: Vier Raumflüge sind jedes Jahr geplant, um die Internationale Raumstation ISS fertigzustellen. Frühestens ab 2014 soll dann die nächste Generation von Raumfähren an den Start gehen - das Crew Exploration Vehicle (CEV), das Astronauten erst zum Mond und dann zum Mars bringen soll. (tso/AFP)

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