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Donau-Hochwasser : Regensburg entkommt einer Katastrophe

Regensburg ist knapp an einer Flutkatastrophe vorbeigeschrammt. Am Samstagmorgen entspannte sich die Lage. Der Krisenstab rechnete nur noch mit einem Höchstpegelstand der Donau von 6,30 Meter.

Voller Einsatz gegen das Hochwasser in Halle (Saale): In Sachsen-Anhalt gibt es auch am Sonntag noch keine Entwarnung. Experten gehen davon aus, dass hier die Pegelstände noch steigen.Weitere Bilder anzeigen
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16.01.2011 17:23Voller Einsatz gegen das Hochwasser in Halle (Saale): In Sachsen-Anhalt gibt es auch am Sonntag noch keine Entwarnung. Experten...

Die Hochwasserlage an vielen deutschen Flüssen bleibt angespannt. Regensburg an der Donau schrammte am Samstag knapp an einer Flutkatastrophe vorbei. Auch an der Elbe und am Rhein blieb die Situation vielerorts kritisch. Der Stadt Pirna in Sachsen drohen Überschwemmungen. In Koblenz sollte das Rhein-Hochwasser bereits an diesem Sonntag nun doch fast die Höhe der ersten Flutwelle vom Wochenbeginn erreichen. Um den Mittelrhein zu entlasten, sollte in der Nacht zum Sonntag erstmals der 2006 fertiggestellte Polder Ingelheim geflutet werden.

 In Regensburg erreichte der Pegelstand an der Eisernen Brücke am Samstag die 6,30 Meter-Marke. Damit blieb der höchste Pegelstand unter dem der Flutkatastrophen von 1988 und 2002, als das Wasser bis auf 6,60 Meter stieg. Die mobilen Schutzwände wurden nicht überflutet. In Passau ging der Pegelstand der Donau deutlich zurück. Zwar sollte er am Sonntag erneut steigen, aber unter der kritischen Neun-Meter-Marke bleiben.

Am Main war die Situation ab Bamberg besonders kritisch. Das Wasser werde langsam den Main hinunterlaufen, sagte ein Sprecher des Wasserwirtschaftsamtes Bad Kissingen - also in Richtung Würzburg und später Hessen. Dort hieß es dementsprechend zum Beispiel in Frankfurt, trotz langsam zurückgehender Pegelstände könne keine Entwarnung gegeben werden.
   In Sachsen galt an der Elbe für die Pegel in Riesa, Dresden und Schöna die zweithöchste Hochwasseralarmstufe 3 - Tendenz steigend. Am Pegel Schöna könnte am Sonntagabend sogar der Richtwert von 7,50 Meter für die Alarmstufe 4 überschritten werden. In Pirna könnte ein Wasserstand von 7,50 Meter in der Nacht zum Montag flussnahe Straßen überfluten.

Um Magdeburg vor dem Hochwasser der Elbe zu schützen, wurde das Pretziener Wehr geöffnet. Hunderte Schaulustige beobachteten, wie die schweren Platten der Schutzanlagen hochgingen. Dadurch strömt ein Drittel des Wassers in einen 21 Kilometer langen Kanal, ehe es wieder in den Fluss zurückkommt. Das Wehr wurde zuletzt 2006 geöffnet. In vielen Teilen von Sachsen-Anhalt blieb die Lage angespannt. Auch die Saale soll in Halle bis Mittwoch kräftig steigen. In Brandenburg und Thüringen war die Lage vielerorts ebenfalls kritisch.

 Die Stadt Wertheim in Baden-Württemberg muss sich auf das schlimmste Main-Hochwasser seit mehr als sieben Jahren einstellen. Nach Prognosen vom Samstag könnte der Scheitelpunkt am Montag etwa sechs Meter erreichen. Im Jahr 2003 erreichte der Pegel 6,08 Meter.

Das Rhein-Hochwasser sollte in Koblenz an diesem Sonntag nun doch fast die Höhe der Flutwelle vom Wochenbeginn erreichen. Bereits am Samstag standen einige Straßen in Ufernähe unter Wasser, Keller liefen voll. Am Pegel Koblenz werde ein Höchststand von bis zu 7,50 Metern erwartet, teilte das Hochwassermeldezentrum in Mainz mit.
Am Montag war der Pegelstand bis auf 7,52 Meter geklettert.

Viele Orte des Mittelrheintals kämpften am Samstag schon mit den Fluten. Um die Hochwasserlage dort zu entschärfen, sollte der Polder Ingelheim in der Nacht zum Sonntag erstmals geflutet werden. Das 162 Hektar große Areal könne 4,5 Millionen Kubikmeter Wasser aufnehmen, teilte das rheinland-pfälzische Umweltministerium mit.

 In Nordrhein-Westfalen entspannte sich unterdessen die Lage.
Meteorologen erwarteten keine größere Niederschläge.

Hat das Hochwasser mit dem Klimawandel zu tun oder ist das normales Schmelzwasser? Nach Angaben von Prof. Stefan Rahmstorf vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) kann man „das für ein einzelnes Extremereignis nie auseinanderdividieren“. Sicher aber ist, dass die Häufigkeit von solchen Extremereignissen deutlich zunimmt, wie er der Nachrichtenagentur dpa erläuterte. „Zudem sind gerade in den letzten zehn Jahren viele vorher noch nie dagewesene neue Extreme aufgetreten, die eine ganz neue Qualität haben.“

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