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Duisburg : Sauerland gibt sein Amt nicht freiwillig auf

Nach der Tragödie auf der Loveparade in Duisburg will sich Oberbürgermeister Adolf Sauerland einem Abwahlverfahren im Stadtrat stellen. Von Rücktritt spricht er nicht.

Gegen 16 Personen wird wegen des Loveparade-Unglücks ermittelt. Duisburgs Oberbürgermeister Adolf Sauerland ist nicht darunter. Foto: dpaWeitere Bilder anzeigen
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18.01.2011 16:42Gegen 16 Personen wird wegen des Loveparade-Unglücks ermittelt. Duisburgs Oberbürgermeister Adolf Sauerland ist nicht darunter.

Neun Tage nach der Katastrophe auf der Loveparade in Duisburg mit 21 Toten und mehr als 500 Verletzten hat der massiv unter Druck geratene Oberbürgermeister Adolf Sauerland (CDU) erneut seinen sofortigen Rücktritt abgelehnt. „Ich bitte um Verständnis dafür, dass ich erst Klarheit über eine etwaige tatsächliche Verantwortung der Stadtverwaltung haben muss, bevor ich die politische Verantwortung dafür übernehme“, teilte er am Montag mit. „Selbstverständlich werde ich mich – wie bereits von mir angekündigt – einem gemäß der Gemeindeordnung für das Land NRW vorgesehenen Abwahlverfahren stellen.“ Die Linke strebt die Abwahl des OB an und sammelt bei den anderen Fraktionen Unterschriften. FDP und SPD haben ihre Unterstützung signalisiert. Eine Abwahl müssen mindestens 50 Prozent der Ratsmitglieder beantragen, ein Beschluss darüber benötigt eine Zweidrittelmehrheit.

Sauerland teilte weiter mit, er wünsche sich zusätzlich nach der Innenausschusssitzung am Mittwoch die Einsetzung eines Untersuchungsausschusses des Landtags NRW. „Dieses schärfste parlamentarische Instrument zur Aufklärung von Abläufen und Verantwortlichkeiten sollte unverzüglich seine öffentliche Arbeit aufnehmen.“ Er habe zudem verwaltungsintern eine Untersuchungsgruppe eingesetzt, die den gesamten Sachverhalt im Verantwortungsbereich der Stadt aufklären soll. Ein erster Zwischenbericht werde dem Innenausschuss zur Sondersitzung zur Verfügung gestellt.

Die Duisburger SPD hatte Sauerland zuvor am Montag zum sofortigen Rücktritt aufgefordert. Die notwendige Aufklärungsarbeit liege jetzt in den Händen der Staatsanwaltschaft. „Ihr Verbleib im Amt ist für diese Aufgabe weder hilfreich noch notwendig, sondern eher hinderlich“, hieß es in einem Aufruf der Partei.

Das Land NRW kündigte an, einen Hilfsfonds für die Opfer aufzulegen. Ziel sei eine direkte Hilfe für Angehörige und für Schwerverletzte. Wahrscheinlich sei eine Kombination aus staatlichen Geldern und Spenden, die eingeworben werden sollten. Details sollen in den nächsten Tagen bekannt gegeben werden. Tsp

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