Welt : Edeldiscothek "Pony": Neues Publikum

Großer Andrang im legendären "Pony" im Nobeldorf Kampen auf Sylt: Die Bierbar und Edeldiscothek feierte in der Nacht zum Sonntag ihren 40. Geburtstag. 1000 Gäste folgten der Einladung des Besitzerehepaars Annette und Jörn Hinck sowie des Miteigners Oskar Schnitzer. Die Gästeliste stand für vier Jahrzehnte "Pony": Ur-Gast Gunter Sachs (70) tummelte sich für ein knappes Stündchen im Sylter Szenelokal.

Schlagersängerin Vicky Leandros ließ sich sehen, dazu - tief dekolletiert - das Berliner Partygirl Ariane Sommer, ZDF-Talker Johannes B. Kerner, Schauspielerin Anja Schüte sowie die Ex-Fußballer Thomas Helmer und Bernd Wehmeyer. Die Beurteilungen des Ereignisses gehen aber auseinander. Von den Reichen und Schönen der 60er und 70er Jahre, die den Ruhm der Bierbar begründeten, fanden sich außer Gunter Sachs nur wenige ein. Enttäuscht registrierten langjährige Beobachter nur jene, die immer schon gern dazu gehört hätten, aber nie das Charisma derer erlangten, die Kampen einst seinen unverwechselbaren Glanz verliehen.

Nur Gunter Sachs hielt es für seine Pflicht, zu kommen: "Ich bin froh, dass ich noch hier her kommen kann", sagte der alternde Jet-Setter. Wenig später verließ er fluchtartig die Stätte der Nostalgie. Er fand Kameraleute und Fotografen reichlich aufdringlich und bedachte einen RTL-Mitarbeiter mit unflätigen Worten.

Im Pressezelt analysierten derweil Reporter von Yellow-Press und Livestile-Magazinen den offensichtlichen Generationenwechsel in dem Lokal. Weder hohe Manager noch große Persönlichkeiten aus Show und Politik ließen sich blicken. Inzwischen steht das einst legendäre "Pony" eben für jeden offen. "Der Charme der Exklusivität ist hin", bedauerte ein Besucher und eine Kollegin stellte fest: "Der Lack ist ab."

Zumindest für die frühere Funktion des "Pony" als Treff der Prominentenelite scheint dies zuzutreffen. Neben Sachs prägten lange Jahre Mitglieder der Familien Flick, Springer, Krupp, Bismarck, Hamilton, Beitz und Boenisch oder auch der Rocksänger Udo Lindenberg den legendären Ruf des Lokals.

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