Welt : Ein Sieg des amerikanischen Plans

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Seit 1880 ist der Bau des Panamakanals eine Geschichte von wirtschaftlichen und menschlichen Katastrophen , Größenwahn, einzigartigem Verschleiß von Ressourcen, größtem Elend, aber auch eine Geschichte von Aufbau und Erfolg, Prosperität und Wohlstand .

Zuerst haben es die Franzosen versucht. Das Projekt ging als bis dato größte Kapitalvernichtung in die Geschichte des Industriezeitalters ein. Wer im Sog der anfänglichen Euphorie Anleihen gezeichnet hatte, verlor sein Geld. Zehntausende Existenzen wurden ruiniert. Das war nichts gegenüber den Opfern, die die Arbeiter Mittelamerikas brachten. Gelbfieber und Malaria rafften sie hinweg. Viele wurden von gewaltigen Erdrutschen begraben. Bilanz: 22 000 Tote. Der Versuch, einen Durchstich auf Meereshöhe zu schaffen, war gescheitert.

Dann kamen die USA . Zuerst spalteten sie Panama von Kolumbien militärisch ab, erklärten das Land zur Republik, aber nicht ohne gleichzeitig einen Vertrag über den Kanal abzutrotzen. Teddy Roosevelt setzte das Kanalprojekt im Kongress durch, das daraufhin generalstabsmäßig mit militärischen Führungsprinzipien umgesetzt wurde. Mit einem unbeschreiblichen Aufwand an Maschinen und einem Bahnsystem für den Abtransport gewaltiger Erdmassen schufen die Amerikaner ein riesiges Schleusensystem und einen See, der 27 Meter über dem Meeresspiegel liegt. Die Welt war begeistert, als der Kanal eingeweiht wurde, die gigantischen Betonkonstruktionen schlugen die Öffentlichkeit in ihren Bann. 1977 trotzte der Diktator und Volksheld Omar Torrijos dem US-Präsidenten Jimmy Carter den Kanal ab. Seither gehört er Panama. os

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