Er wollte Bauer werden : Trauergottesdienst für Mirco in Grefrath

Mit einem ökumenischen Trauergottesdienst haben am Donnerstagabend in Grefrath bei Krefeld Freunde, Mitschüler und Nachbarn des getöteten Mirco gedacht.

Gedenken an den getöteten Mirco. Foto: dpa
Gedenken an den getöteten Mirco.Foto: dpa

Der Zehnjährige war in der vergangenen Woche fast fünf Monate nach seinem Verschwinden tot aufgefunden worden, nachdem der festgenommene mutmaßliche Mörder ein Geständnis abgelegt hatte. Die Bestattung soll im engsten Familien- und Freundeskreis stattfinden.
Der Präses des Bundes Freikirchlicher Pfingstgemeinden, Roman Siewert, sprach in seiner Predigt in der Pfarrkirche St. Laurentius von „unsäglichem Leid“, das der Täter gebracht habe. Auch seiner wurde während der Feier kurz gedacht. Grefraths Bürgermeister Manfred Lommetz sagte, auch die Familie des Mörders müsse nun ein schweres Los ertragen. Pfarrer Johannes Quadflieg mahnte die Trauergemeinde, nicht Böses mit Bösem zu vergelten.

Die Familie nahm nicht an dem Gottesdienst teil. Siewert verlas einen Brief der Familie an die Trauergäste, in der sie an ihren Sohn erinnerten. Mirco sei lebenslustig, freiheitsliebend, eigensinnig und eine Sportskanone gewesen, heißt es in dem Schreiben. „Wenn er groß ist, wollte er Bauer werden.“ Nach Mircos Verschwinden habe sich Angst breitgemacht. In dieser Zeit habe der Glauben Rückhalt gegeben: „Wir als Familie haben in der Zeit Trost gefunden durch gemeinsames Gebet, Lobpreis und Bibellese.“ Der 26. Januar, der Tag der Festnahme und des Geständnisses des mutmaßlichen Täters, sei „ein ganz harter Tag für uns“ gewesen, heißt es in dem Brief weiter. „Entsetzlich und grausam, unser Sonnenschein Mirco kommt nicht wieder.“ Doch der Glaube an Jesus gebe die Hoffnung, „Mirco im Himmel wiederzusehen“.

In einem Gespräch mit „Geist bewegt“, einer Zeitschrift der Pfingstbewegung, erinnern sich Mircos strenggläubige Eltern an die Wochen nach dem Verschwinden ihres Sohns. „Wir wollten in den ersten Tagen am liebsten gar nicht mehr das Haus verlassen, weil wir befürchteten, einen wichtigen Anruf oder Nachricht zu verpassen“, wird die Mutter in der Online-Ausgabe des Magazins zitiert. Immer hätten ein frisch gebackener Kuchen oder Kekse auf dem Tisch gestanden. „Damit auch Gebackenes da ist, wenn der Mirco wieder nach Hause kommt.“

Seit einer Woche sitzt der mutmaßliche Mörder des zehnjährigen Mirco in Untersuchungshaft. Der 45-Jährige – selbst Vater dreier Kinder – hat gestanden, den Jungen am 3. September getötet zu haben. Am Donnerstag bestätigte die Polizei, dass sich Olaf H. selbst eine leichte Verletzung zugefügt hat. Ein Selbstmordversuch sei dies nicht. (epd/dpa)

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